Analyse nach Match

Bitteres Salzburg-Aus: „Wenn ich sehe, dass …“

Europa League
30.01.2026 06:08
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Am Ende eines lange imposanten Auftritts stand Salzburg im Villa Park von Birmingham mit leeren Händen da. Die mit minimalen Aufstiegschancen angereisten „Bullen“ durften beim 2:3 in der Europa League gegen Aston Villa vom Sprung in die K.o.-Phase träumen, ehe das Premier-League-Spitzenteam mit drei Toren in 23 Minuten die Machtverhältnisse zurechtrückte. Nach dem Ende der internationalen Reisen rücken für den Bundesliga-Winterkönig nun Liga und Cup mehr denn je in den Fokus.

Für Salzburg verliefen die Analysen nach dem Abpfiff oft im Konjunktiv. Hätte Sota Kitano beim Stand von 2:0 nach einer Stunde sein Visier bei einer guten Möglichkeit besser eingestellt, hätte womöglich Sturms später Treffer gegen Brann Bergen den Aufstieg in die Top 24 der Ligaphase gebracht. Anstelle des Japaners jubelten danach aber nur noch die Engländer, die dank ihrer individuellen Klasse und der Wucht von den Rängen die Wende schafften.

Konate zeigte kräftig auf
„Wir sind nicht aufgrund des Spiels heute ausgeschieden“, wusste Thomas Letsch. Lange hielt die Elf des Salzburger Trainers den Gegner erfolgreich vom eigenen Tor fern. Vorne setzten Karim Konate, Edmund Baidoo und Kitano erfolgreich Nadelstiche. Vor allem Konate ließ in seinem ersten Startelfeinsatz nach über einem Jahr Verletzungspause seine großen Qualitäten aufblitzen und traf nach einem herben Patzer von Villa-Verteidiger Tyrone Mings auch zum 1:0. Als der Ivorer zur Pause mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt wurde, fehlte Salzburg vorne ein Mann mit Durchschlagskraft. Villas Star-Coach Unai Emery wechselte hingegen von der Bank frische Kräfte ein und wurde belohnt.

„Wir wussten, dass es gegen sie schwer wird, sie mussten hier gewinnen. Sie haben tapfer nach vorne gespielt, haben versucht, uns in individuelle Duelle zu verwickeln“, meinte der Spanier über den Gegner. Nach dem 0:2 habe es ohnehin nur noch eine Richtung gegeben. „Mit den Fans im Rücken ist es uns gelungen, Energie aufzubauen und das Spiel zu drehen.“ Salzburgs Beine wurden schwerer. Nachdem 70-Millionen-Mann Morgan Rogers in der 64. Minute auf 1:2 verkürzte, mutierte die Partie zur Abwehrschlacht – die die Gäste in der 87. Minute endgültig verloren.

Für Letsch war der Blick auf die nackten Zahlen ärgerlich. „Wir waren nah dran, wenn ich sehe, dass wir in allen Statistiken zumindest gleichauf sind“, merkte der Deutsche an. Das Ausscheiden tue weh. „Aber wir haben es 70 Minuten richtig gut gemacht.“ Sein Torhüter analysierte ähnlich. „Nonstop“ habe man Aston Villa in den ersten 50 Minuten zu Fehlern gezwungen, betonte Alexander Schlager. Er legte das Gesehene als Benchmark fest: „Das muss der Ansatz sein für die nächsten Wochen.“

Im Cup nun „wichtigstes Spiel der Saison“
Für Salzburg kündigt sich wieder ein Tapetenwechsel an: Lavanttal statt Midlands, Wolfsberg statt Birmingham. Im ÖFB-Cup-Viertelfinale soll beim WAC am Sonntag der nächste Schritt zu nationalen Erfolgen getan werden. Letsch blickte dem „bisher wichtigsten Spiel der Saison“ entgegen. Schlager wiederum sah die Partie in England als Bestätigung, dass die Winterpause gut genutzt wurde. „Wenn wir diese Intensität und Kompaktheit auf den Platz bringen, dann haben wir schon gesehen, dass wir richtig, richtig gut sind.“

Abseits des Spielfelds arbeitet Neo-Sportchef Marcus Mann indes daran, den Kader breiter aufzustellen. Aus Deutschland wurde berichtet, dass Salzburg vor der Verpflichtung von Verteidiger Tim Drexler steht. Der 20-Jährige ist von Hoffenheim derzeit an Nürnberg verliehen. Auch am ungarischen Nationalspieler Damir Redzic (22), einem Flügelstürmer von Dunajska Streda, soll der Tabellenführer starkes Interesse zeigen.

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