Hiobsbotschaft beim Innviertler Motorradhersteller KTM: Der Traditionsbetrieb baut weitere 500 Stellen ab. „Man vergisst manchmal auf die Geschichten, die hinter den Zahlen stecken“, sagt Mattighofens Bürgermeister Daniel Lang im „Krone“-Gespräch. Für die Betroffenen beginnt jetzt das große Bangen, denn sie werden erst im Februar informiert.
Dienstagabend gegen 21 Uhr informierte das KTM-Management: Der Innviertler Motorradhersteller baut, wie berichtet, rund 500 Stellen ab. Es ist nicht die erste Personalreduktion beim Traditionsbetrieb, der im November 2024 Insolvenz anmelden musste. Ende 2023, also vor den finanziellen Schwierigkeiten, hatte der KTM-Konzern noch 6184 Mitarbeiter. Mit Jahresende 2025 waren es nur mehr 3794 – und nun fallen noch einmal 500 Jobs weg. Damit hat sich der Personalstand des Motorradbauers innerhalb von rund zwei Jahren dann fast halbiert.
„Man vergisst manchmal auf die Geschichten, die hinter den Zahlen stecken. Da sind ja Familien betroffen“, sagt Daniel Lang, Bürgermeister von Mattighofen, dem Hauptstandort von KTM. „Der Stellenabbau ist natürlich eine Katastrophe für die 500 Leute.“
Bürgermeister trotz Abbau optimistisch
Gänzlich überraschend kommt der erneute Personalabbau nicht: Rund um die Insolvenz mussten vor allem viele Mitarbeiter aus der Produktion den Betrieb verlassen. Die Verwaltungs- und Führungsebene blieb im Verhältnis dazu groß. Der Großteil der 500 Stellen, die nun abgebaut werden, liegt im Angestelltenbereich, insbesondere im mittleren Management. Zudem will KTM eine ganze Führungsebene streichen.
„Es kann nicht nur Anschaffer geben, es muss auch Arbeiter geben, wie man so schön Innviertlerisch sagt“, formuliert es Bürgermeister Lang. Der Ortschef bleibt positiv: „Es gibt kleinere Betriebe, die von dieser Situation vielleicht etwas profitieren können, weil wieder Mitarbeiter frei werden für den Arbeitsmarkt.“ Er sei zuversichtlich, dass die Unternehmenszentrale sowie die Produktion trotz der Mehrheitsübernahme der indischen Bajaj-Gruppe in Mattighofen verbleiben.
Betroffene werden Mitte Februar informiert
Die betroffenen Mitarbeiter müssen jetzt wohl einige Wochen mit Ungewissheit leben, denn sie werden erst ab Mitte Februar persönlich informiert, wie KTM auf „Krone“-Anfrage mitteilt. Bis zum zweiten Halbjahr soll der Stellenabbau abgeschlossen sein. „Wir sind stets bemüht, möglichst viele Stellen durch natürliche Abgänge abzubauen. Der Großteil wird aufgrund des Zeitplans durch Kündigungen erfolgen müssen“, heißt es von KTM. An welchen Standorten Mitarbeiter gehen müssen, verrät das Unternehmen nicht.
100.000 Motorräder aus Lager abgebaut
Bajaj Mobility – wie die Muttergesellschaft von KTM nach der indischen Übernahme nun offiziell heißt – erwartet für das abgelaufene Jahr 2025 einen Konzernumsatz von knapp über einer Milliarde Euro, das entspricht einem Minus von 46 Prozent zum Jahr davor. Als „wesentlichen Meilenstein“ bezeichnet das Unternehmen den Abbau von rund 100.000 Stück Motorrädern aus dem Lagerbestand. Der Absatz der Motorräder ging „nur“ um 28 Prozent auf 209.704 Stück zurück, da im zweiten Halbjahr 2025 der Verkauf deutlich anzog, im Vergleich zum ersten Halbjahr um 60 Prozent. Am 29. Jänner will Bajaj Mobility die vorläufigen Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlichen.
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