Für Schulen wird es immer schwieriger, Skikurse und Wintersportwochen anzubieten. Wie Lehrervertreter Paul Kimberger bemängelt, können oder wollen sich viele Familien wegen der anhaltend hohen Inflation die Kosten für Ausrüstung, Liftkarte und Quartier nicht mehr leisten. Die finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern sei zu gering, mehr Einsatz von Politik und Wirtschaft sei nötig.
„Hier braucht es eine Gesamtstrategie“, sieht der Lehrervertreter von der Fration Christlicher Gewerkschafter (FCG) Bildungs- und Sportpolitik gefordert. Skikurse, Wintersportwochen mit Alternativangeboten wie Schneeschuhwandern und andere Schulveranstaltungen seien ein wichtiger Teil des Schullebens und stärkten die Klassengemeinschaft. Und in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit vor digitalen Geräten verbringen, fände der frühere Sportlehrer Kimberger gemeinsame Aktivitäten an der frischen Luft umso wichtiger.
Bekenntnis zu „Skination Nummer eins“
Tatsächlich hat die schwarz-rot-pinke Koalition das Thema selbst schon auf ihre To-do-Liste gesetzt: Im Regierungsprogramm hat sie sich ein „Konzept zur Rettung der Schulsportwochen auch durch innovative Maßnahmen“ vorgenommen, die Wintersportwochen werden dabei extra hervorgehoben. Man bekenne sich zur „Positionierung als Skination Nummer eins“, wird betont.
„Schulsportwochen-Hunderter“ reicht nicht mehr aus
Auch von der Wirtschaft, speziell der Tourismusbranche, würde der Gewerkschafter sich mehr Engagement für leistbare Angebote erwarten – schon aus Eigeninteresse. „Das sind ja die Kunden von morgen.“ Die bestehenden Förderungen vom Bund – erst 2023 wurde ein „Schulsportwochen-Hunderter“ eingeführt – und den Ländern seien angesichts der Kostendynamik der vergangenen Jahre zu wenig. Nicht überall könnten Elternvereine einspringen.
„Wir haben Kinder in den Zentralräumen, die dabei zum ersten Mal sehen, was in einem alpinen Gebiet so los ist.“
Lehrervertreter Paul Kimberger
Laut der Schulkostenstudie der Arbeiterkammer haben Eltern für mehrtägige Schulveranstaltungen zuletzt (2023/24) im Schnitt 400 Euro ausgegeben. Bei den Älteren kann ein Schulskikurs laut Elternvertretern aber durchaus auf bis zu 700 Euro kommen, seit Jahren beklagen sie die hohen Kosten.
70-Prozent-Klausel als Hürde
Doch auch schon vor Beginn der jüngsten Teuerungswelle haben laut Kimberger immer weniger Klassen die 70-Prozent-Klausel erfüllt, die seit der Abschaffung der Teilnahmepflicht an mehrtägigen Schulveranstaltungen Mitte der 1990er gilt. Seit damals müssen mindestens 70 Prozent einer Klasse teilnehmen, sonst findet die Veranstaltung nicht statt. Mittlerweile werde diese Regelung von den Schulbehörden schon „sehr großzügig“ gehandhabt, indem etwa mehrere Klassen zusammengefasst werden, schildert der Lehrervertreter.
Geht es nach der Servicestelle Schulsportwochen, sollte die derzeitige Regelung überarbeitet werden. Die Behörde könne zwar schon jetzt Schulveranstaltungen auch dann genehmigen, wenn der Schwellenwert nicht erreicht wird. Es wäre aber „ein ambitioniertes Ziel und förderlich“, wenn in Zukunft schon die Zustimmung von Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern im Schulgemeinschaftsausschuss bzw. Schulforum genügen würde, hieß es.
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