Die Debatte um eine Ausweitung des Wehrdienstes auf Frauen schlägt hohe Wellen. Verteidigungsministerin Tanner (ÖVP) lehnt eine Verpflichtung für Frauen derzeit explizit ab. Die „Krone“-Leser diskutieren derweil hitzig darüber, ob hier ein historisches Unrecht korrigiert oder lediglich eine neue Belastungswelle losgetreten wird.
In Österreich wird aktuell darüber diskutiert, den Wehr- und Zivildienst zu verlängern und ihn auch für Frauen verpflichtend zu machen. Ein konkreter Vorschlag des ÖAAB fordert einen einjährigen „Staatsbürgerdienst“ für beide Geschlechter, um den Personalmangel beim Militär und in sozialen Einrichtungen auszugleichen. Während Befürworter darin einen wichtigen Schritt für die Sicherheit des Landes sehen, lehnt die Verteidigungsministerin eine Verpflichtung für Frauen derzeit ab.
Gleichberechtigung als zweischneidiges Schwert
In der Community wird der Ruf nach Fairness laut, doch er ist oft mit Frust über das bestehende System verbunden. Viele sehen die einseitige Pflicht für Männer als überholt an. Leser KroneLeser32672226 fasst es schlicht zusammen: „Fair wäre es“.
Für GrosserKater darf Gleichberechtigung „keine Einbahnstraße sein“. Er argumentiert, dass vermeintliche Hindernisse wie die Kinderbetreuung für die meisten 18-Jährigen ohnehin noch kein Thema seien. Auch Leanmanagement sieht in der aktuellen Gesetzeslage eine „ursprüngliche Unverhältnismäßigkeit“, schlägt aber einen Kompromiss vor: Für Frauen müsse es nicht zwingend das Militär sein, sondern ein „erweiterter Dienst an der Gesellschaft“.
Chance für den sozialen Bereich?
Viele sehen in einer Ausweitung des Dienstes eine Chance für den sozialen Bereich. Mc350f spricht sich für ein „verpflichtendes soziales Jahr“ für alle aus, wobei man sich aussuchen könne, ob man zum Heer oder in eine soziale Einrichtung geht. Und dass Frauen auch den Aufgaben im Heer gewachsen sind, sieht man laut EhemalsSchwoaz bereits bei der Polizei – daher gebe es keinen Grund, warum das beim Bundesheer anders sein sollte.
Gleichberechtigung – aber bitte konsequent!
Demgegenüber gibt Pumuckl666 zu bedenken, dass Frauen bereits heute den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten und durch Teilzeit oft niedrigere Pensionen erhalten. Sie kritisiert, dass der Ruf nach Gleichstellung bei diesen strukturellen Nachteilen oft auffallend leise bleibe.
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Ist die Wehrpflicht für Frauen der letzte notwendige Schritt zur völligen Gleichberechtigung oder eine zusätzliche Belastung? Wie stellen Sie sich ein faires System in dieser Hinsicht vor? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung zum Thema und freuen uns auf Ihre Kommentare!
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