Forscher vor Rätsel

Mysteriöse Eisenwolke im Ringnebel entdeckt

Wissenschaft
22.01.2026 12:20

Im Inneren des berühmten Ringnebels – den Überresten eines sterbenden Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat – hat ein europäisches Astronomen-Team eine mysteriöse, balkenförmige Wolke aus ionisiertem Eisen entdeckt, die es vor ein Rätsel stellt.

Die ungewöhnliche Struktur wurde mithilfe eines neuen hochauflösenden Hochleistungsinstruments namens WEAVE (die Abkürzung steht für WHT Enhanced Area Velocity Explorer) am William-Herschel-Teleskop, einem optischen Nahinfrarot-Spiegelteleskop (Bild unten), das auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Palma steht, identifiziert.

Laut Angaben des University College London (UCL), das an der Entdeckung beteiligt war, entspricht die Länge der balkenförmigen Wolke in etwa dem 500-Fachen der Umlaufbahn des Zwergplaneten Pluto um unsere Sonne. Die Masse der Eisenatome in der Wolke ist den Forschern zufolge mit der Masse des Roten Planeten vergleichbar.

Die Kuppel des William Herschel Teleskops am Roque de los Muchachos Observatorium auf La Palma.
Die Kuppel des William Herschel Teleskops am Roque de los Muchachos Observatorium auf La Palma.(Bild: Wikipedia/H. Raab (CC BY-SA 3.0))

Die balkenförmige Wolke aus ionisierten Eisenatomen liege exakt innerhalb der inneren Ellipse des Nebels und hebe sich deutlich von den umgebenden Gas-Strukturen ab, heißt es auf der UCL-Website.

Entstehung ist noch völlig unklar
Warum sich das Eisen ausgerechnet dort und in dieser Form gesammelt hat, ist bislang völlig unklar. Die Forscher vermuten, dass es möglicherweise ein Relikt der Entstehungsgeschichte des Nebels sei und Hinweise darauf liefern könne, wie der Stern dereinst seine Hülle abgestoßen hat.

Es könne aber auch sein, dass es sich bei der Wolke um die Überreste eines einst existierenden Gesteinsplaneten handeln, der vom expandierenden Stern verdampft und quasi zu einem Plasmabogen aus Eisen zerlegt wurde, so eine weitere These der Wissenschaftler.

Ringnebel wurde 1779 entdeckt
Der Ringnebel, der anno 1779 erstmals vom französischen Astronomen Charles Messier im Sternbild Lyra entdeckt wurde, ist eine farbenprächtige Gashülle, die von einem sterbenden Stern ausgestoßen wurde, als dieser die Phase der Kernbrennstoffverbrennung beendete. Auch unser Zentralgestirn wird in einigen Milliarden Jahren auf ähnliche Weise ihre äußeren Schichten abstoßen.

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