Fachärzte versichern:

Für Akutfälle gibt es kurzfristige Termine

Österreich
22.01.2026 06:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Aktuelle Zahlen einer Studie zu Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten sorgen für Wirbel, denn sie untermauern die Tatsache, dass es in Österreich eine Zweiklassenmedizin gibt. Die betroffenen Fachärzte orten eine zu starke Verunsicherung und appellieren dennoch an die Patienten, nicht die überlasteten Spitalsambulanzen aufzusuchen. Die Mediziner versichern in ihrer Stellungnahme: „Für dringende Beschwerden stehen selbstverständlich kurzfristige Termine zur Verfügung.“

„Viele melden sich gar nicht erst bei den Fachärztinnen und Fachärzten, sondern suchen direkt die ohnehin überlasteten Spitalsambulanzen auf. Damit wird die Erosion des heimischen Gesundheitswesens weiter beschleunigt“, betont Bonni Syeda vom Berufsverband der Österreichischen Internisten. Die Einschätzung und Priorisierung von Anfragen gehöre zur normalen Terminplanung, entspreche dem ärztlichen Selbstverständnis und liege im Interesse der Patientinnen und Patienten, heißt es weiter.

„HNO ist ein klassisches Akut-Fach“
Eine aktuelle Umfrage des Berufsverbandes der Orthopäden unter 50 orthopädischen Kassenordinationen zeigt, dass die Wartezeit auf Routinetermine im Durchschnitt bei rund zehn Tagen liegt. Akuttermine hingegen werden in der Regel zeitnah vergeben, berichtet Florian Sevelda, Präsident des Berufsverbandes. Auch die HNO-Ärztin Niederberger-Leppin versichert: „Die HNO ist ein klassisches Akut-Fach. Patientinnen und Patienten mit akuten Ohrenschmerzen oder plötzlichem Hörverlust erhalten selbstverständlich einen Termin am selben oder spätestens am nächsten Ordinationstag.“

„Viele niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte bieten innerhalb von 48 Stunden Akuttermine an. Routinetermine ohne besondere Dringlichkeit sind in den Ordinationen für Urologie, Lungenheilkunde und Dermatologie meist innerhalb von zwei bis vier Wochen verfügbar“, ergänzen Mehmet Özsoy, Präsident des Berufsverbandes der Urologen, Lungenfachärztin Irene Sperk und Hautärztin Sylvia Perl-Convalexius in der Stellungnahme.

Lösungsvorschlag der Ärzte
Als kurzfristig umsetzbare Maßnahme schlagen die Berufsverbände die Einrichtung einer zentralen Terminplattform vor, auf der Fachärzte auf freiwilliger Basis täglich ein bis zwei Akuttermine freigeben können. Gerade in Ballungsräumen wie Wien ließe sich so transparent darstellen, dass auch kurzfristig zahlreiche Termine verfügbar sind. Derzeit müssen Patienten solche Akuttermine jedoch oft mühsam telefonisch erfragen. „Eine digitale Buchungsmöglichkeit über bestehende Kanäle wie 1450 oder die Website der ÖGK könnte hier wirksam Abhilfe schaffen“, sagt Özsoy.

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