Vor Beginn der Handball-EM hatte Deutschlands Tormann Andreas Wolff mit seiner Kritik am Spielstil der Österreicher für ordentlich Wirbel gesorgt. Nach der entscheidenden Schützenhilfe schlug der Ton plötzlich um und es folgte ein öffentliches Dankeschön.
Andreas Wolff hat nach dem Einzug von Deutschlands Handball-Nationalteam in die EM-Hauptrunde ein dickes Lob an die „Anti-Handballer“ aus Österreich verteilt. Ausgerechnet die vom deutschen Torwart-Routinier zu Turnierbeginn für ihre Spielweise kritisierte ÖHB-Auswahl hatte dem Olympia-Zweiten mit einem 26:25-Sieg gegen Serbien entscheidende Schützenhilfe geleistet. „Österreich, ich nehme alles zurück“, schrieb er auf Instagram und versah die Zeile mit einem Herz-Symbol.
„Das ist aller Ehren wert“
„Vielen Dank an die Österreicher, die absolut Charakter gezeigt und uns wirklich geholfen haben. Der Sieg hat uns viel Druck genommen. Wenn du ins Spiel gehst mit dem Wissen, du musst mit drei Toren gegen Spanien gewinnen, ist das keine angenehme Situation. Dass die Österreicher das durchgezogen haben, ist aller Ehren wert“, sagte Wolff nach dem 34:32-Sieg der DHB-Auswahl im Vorrundenfinale gegen Spanien. Vor dem mit 30:27 gewonnenen Auftaktspiel gegen Österreich hatte der 34-Jährige den Spielstil des Nachbarn als unattraktiven „Anti-Handball“ bezeichnet und gelästert: „Das möchte auch eigentlich keiner sehen.“
Auch Deutschlands Spielmacher Juri Knorr bedankte sich ausdrücklich: „Ein großer Dank an die Österreicher. Es ist nicht selbstverständlich und ein wenig kurios, dass sie uns nach der Woche, die sie mit uns hatten, jetzt geholfen haben.“
Keine Belohnung vom Teamchef
Eine besondere Belohnung für die Österreicher wird es allerdings nicht geben. Alfred Gislason, Teamchef der Deutschen, verneinte lachend die Frage, ob er seinem österreichischen Kollegen Iker Romero zum Dank ein paar Flaschen Wein schicken werde. „Aber ich freue mich, dass er seinen Job gemacht hat.“
Mit dem Sieg gegen Serbien hatten die Österreicher den Deutschen eine deutlich bessere Ausgangsposition für das Abendduell verschafft. Dadurch hätte der DHB-Auswahl schon ein Remis zum Weiterkommen genügt. Bei einem serbischen Sieg hätte Deutschland mit drei Toren Vorsprung gewinnen müssen.
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