Panne in Berlin

Messen falsch: Polizei stoppt Werbe-Lineale

Ausland
16.01.2026 17:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein scheinbar harmloses Werbegeschenk sorgt in Berlin für Aufsehen: Die Polizei hat die Verteilung von Linealen an Schülerinnen und Schüler vorerst gestoppt, nachdem Hinweise auf eine Messabweichung aufgetaucht sind. Auslöser war ein Hinweis aus dem Umfeld eines Schülers, dem aufgefallen war, dass das als 15-Zentimeter-Lineal deklarierte Maß offenbar nicht exakt stimmt.

Wie Polizeisprecher Martin Halweg der Deutschen Presse-Agentur erklärte, sei Anfang Dezember des vergangenen Jahres ein entsprechender Hinweis bei der Berliner Polizei eingegangen.

„Es gibt eine Abweichung in dem einen Fall. Ob das jetzt alle Lineale betrifft oder ein Einzelfall ist, ist Gegenstand der weiteren Prüfung“, erklärte Halweg. Gegebenenfalls behalte sich die Polizei auch Regressansprüche gegenüber dem Hersteller der Lineale vor, einer Werbeartikel-Firma.

Keine ehrlichen 15 Zentimeter
Über den konkreten Umfang der Abweichung berichteten mehrere Medien. Die „Bild“ schrieb, dass zumindest in einem Fall das Lineal um drei Millimeter zu lang gewesen sei. Auch andere Medien berichteten von einer Messlänge von 15,3 Zentimetern statt der angegebenen 15 Zentimeter. Eine generelle fehlerhafte Skalierung aller Lineale ist bislang jedoch nicht bestätigt.

Verteilung der Lineale bereits gestoppt
Die Polizei hatte im November 2023 insgesamt 10.000 Lineale mit aufgedruckten Verkehrszeichen angeschafft. Die Kosten beliefen sich auf rund 3500 Euro. Die Lineale wurden ab 2024 bei Veranstaltungen, im Verkehrsunterricht und bei Präventionsmaßnahmen an Schulen verteilt. Nach Bekanntwerden der möglichen Abweichung wurde die Verteilung der verbliebenen Bestände gestoppt.

Fehler ist Polizei nicht peinlich
Peinlich sei der Vorfall aus Sicht der Behörde nicht, betonte Polizeisprecher Halweg. Bei den Linealen handle es sich um sogenannte Streuartikel, die „nicht in erster Linie zum Zwecke der wissenschaftlichen Arbeit oder für mathematisch genaue Tätigkeiten“ gedacht seien. Ziel sei vielmehr die Präsenz der Polizei an Schulen, Werbung für die Polizei Berlin sowie die Verkehrsunfallprävention.

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