Tirol ist ein beliebter Drehort für diverse Serien, Filme und Dokumentationen. Eine Studie beleuchtete erstmals, welche Wertschöpfung damit verbunden ist und wie viele Arbeitsplätze gesichert werden.
Tirol ist ein Land, das als Drehort für nationale und internationale Filme und Serien überaus beliebt ist. Die wohl bekannteste Produktion, die hierzulande in Teilen gedreht wurde, ist der Film „Spectre“ aus der James-Bond-Reihe. Gefördert werden einige dieser Filme und Serien hierzulande von der Cine Tirol, die wiederum vom Steuerzahler finanziert wird.
Was bisher fehlte, war die Antwort auf die Frage, was für den Steuerzahler eigentlich dabei herausspringt. Sprich: Welche wirtschaftlichen Wirkungen erzielt die Filmförderung in Tirol? Wie viel Wertschöpfung bleibt im Land? Wie viele Arbeitsplätze werden gesichert?
46 Produktionen in vier Jahren näher untersucht
Um das herauszufinden, beauftragte die Tiroler Wirtschaftskammer die paul und collegen consulting gmbh mit einer entsprechenden Studie. Analysiert wurde der Zeitraum von 2021 bis 2024. „In diesen vier Jahren entstanden insgesamt 276 Spielfilme, Dokumentationen, Serien, Shows und Reportagen. Von der Cine Tirol wurden 46 Spielfilme, Serien und Dokumentationen bzw. 17 Prozent aller Produktionen gefördert“, sagt Studienautor Michael Paul.
Die Ausgaben der gesamten Filmwirtschaft in diesem Zeitraum beliefen sich auf 32 Millionen Euro, jene Produktionen, die von der Cine Tirol gefördert wurden, tätigten Ausgaben von 19,5 Millionen Euro. Etwa für Übernachtungen in Hotels, Bühnenbau und viele weitere Branchen. Laut Paul „entstand aus den 19,5 Millionen Euro an direkten Ausgaben eine direkte Bruttowertschöpfung von mehr als 6,5 Millionen Euro. Berücksichtigt man noch indirekte und induzierte Effekte ergibt sich eine gesamte Bruttowertschöpfung von rund 9,6 Millionen Euro“.
Filmförderung ist kein Zuschuss ohne Wirkung, sondern eine Investition.
Bernhard Holzhammer
Jeder investierte Euro löst drei Euro Wertschöpfung aus
Etwas einfacher ausgedrückt: Laut der Studie generiert jeder Euro, den die Cine Tirol in Förderung investiert, mindestens drei Euro an Wertschöpfung. Das ausgelöste Steuer- und Abgabenaufkommen übersteigt die eingesetzten Fördermittel beinahe um das Doppelte. Was man natürlich beachten muss: Da die eingenommenen Steuergelder vom Bund an die Länder verteilt werden, profitiert nicht nur der Tiroler Steuerzahler, sondern alle in ganz Österreich.
Weiters zeigt die erste Filmstudie, dass hierzulande durch die Filmförderung 132 Jahresarbeitsplätze gesichert sind. Was übrigens nicht untersucht wurde, ist der touristische Effekt, also wie viele Urlauber kommen, weil sie Tirol im Kino oder Fernsehen gesehen haben.
Impulsgeber für Wirtschaft
Das Fazit, das Autor Michael Paul zieht: „Filmförderung wirkt wie ein wirtschaftlicher Impulsgeber. Sie aktiviert regionale Wertschöpfungsketten und erzeugt Einkommen in vielen Sektoren.“
„Die Studie zeigt klar, dass Filmförderung kein Zuschuss ohne Wirkung ist, sondern eine Investition in den Wirtschaftsstandort“, freut sich auch Bernhard Holzhammer, WK-Obmann der Fachvertretung Film- und Musikwirtschaft. Laut Tirol-Werbung-Marketingleiter Patricio Hetfleisch „ist Film ein zentraler Baustein unserer Markenkommunikation“.
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