Damüls gilt als einer der schneereichsten Orte und hat sich zu einem Magnet für Skifahrer entwickelt. Abseits der Skipisten führen stille Winterwanderwege durch die Berglandschaft.
Damüls ist der höchstgelegene Urlaubsort auf 1429 Metern Höhe zwischen dem Bregenzerwald und dem Großen Walsertal und zählt wie Lech, Ebnit und Mittelberg zu den Walserdörfern. Knapp 340 Menschen leben in der Gemeinde, die als einer der schneereichsten Orte bekannt ist. Historisch betrachtet war Damüls lange Zeit eher ein Randgebiet: Die hochalpine Lage machte Landwirtschaft mühsam, im Winter war das Gebiet früher oft wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Als im Spätmittelalter zahlreiche Walliser ihre Schweizer Heimat verließen, wurden diesen Auswanderern in Vorarlberg, Tirol und Graubünden abgelegene, unwegige oder unerschlossene Täler zur Rodung und Besiedelung angeboten. Auch Damüls gehörte zu diesen Siedlungsräumen.
Typ: winterliche Rundwanderung
Dauer: gut drei Stunden
Ausgangspunkt: Parkplatz/Bushaltestelle Damüls Kirchdorf
Ausrüstung: Schneeschuhe oder winterfeste Wanderschuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung im Schichtprinzip, bei Bedarf Rucksack mit warmem Getränk und Snack Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Jägerstüble, weitere Optionen direkt in Damüls
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 851 von Au Gemeindeamt bis Damüls Kirchdorf
Skifahrvergnügen und Wanderlust
Erstmals urkundlich erwähnt wird es im Jahr 1313. Die Gemeinde befindet sich im Tal des Argenbaches, eingebettet zwischen den Damülser Bergen im Norden, der Zitterklapfengruppe des Lechquellgebirges sowie der Glatthorngruppe am Faschinajoch im Süden. Diese geographische Lage macht den Ort zu einem „El Dorado“ für Bergsportler – das Skigebiet Faschina-Damüls-Mellau verfügt über insgesamt 109 Pistenkilometer, zusätzlich stehen zahlreiche Wanderstrecken zur Verfügung. Besonders zu empfehlen ist die „Große Damülser Runde“. Diese kann entweder mit Schneeschuhen oder Winterwanderschuhen mit guter Profilsohle begangen werden.
Startpunkt ist beim kleinen Parkplatz im Ortsteil Kirchdorf, von wo man den Wegweisern in Richtung Alpe Oberdamüls folgt. Die Strecke führt zunächst einige Hundert Meter am Gehweg entlang bergauf, bevor man rechts abbiegt und schließlich auf den präparierten Winterwanderweg gelangt. Nun hat man bereits den größten Anstieg geschafft, und der Panoramablick auf die tief verschneite Bergwelt ist fantastisch. Die gespurte Route quert zwei Mal die Skipiste und mündet schließlich in den sogenannten Stofelrundweg. Dieser Abschnitt ist nach der gleichnamigen Kapelle benannt, die sich auf einem Aussichtspunkt bei der Alpe Oberdamüls befindet. Das kleine Sakralgebäude steht seit 1995 unter Denkmalschutz. Bis zur Verschlechterung des Klimas im 16. Jahrhundert war die Alpe ganzjährig besiedelt, die Kapelle diente den Bauern zur Andacht.
Insgesamt sechs Schaukeln aus massiver Eiche, sogenannte „Hutschn“, stehen an besonderen Aussichtspunkten im Gebiet Damüls-Faschina: am Fuße des Elsenkopfs, bei der historischen Kapelle Stofel, auf dem Ragazer Schrofen und auf einer Bergkuppe im Alpgebiet Oberdamüls. Weiters kann in Fontanella oberhalb des Seewaldsees in Fontanella mit Blick über das Große Walsertal und bei der Mittelstation Panoramabahn Stafelalpe in Faschina geschaukelt werden. Die Schaukelinstallationen sind mehr als nur Sitzgelegenheiten – sie sind bewusst gestaltete Kunstobjekte in der Natur. Das Projekt zielt darauf ab, den Menschen einen Moment der Entschleunigung und Reflexion zu ermöglichen. Denn beim Schaukeln verändert sich nicht nur die Perspektive auf die umliegende Landschaft, sondern oft auch die innere Sichtweise auf den eigenen Alltag. Hergestellt wurden die Holzkonstruktionen in aufwändiger Handarbeit im bayrischen Berchtesgaden. Bei der Produktion wurde besonders Wert auf Langlebigkeit, Herkunft und die ökologische Bilanz gelegt.
Zugefrorener See liegt am Weg
Allerdings sind heute bis auf das winzige Gotteshaus alle Gebäude aus der damaligen Zeit verschwunden. In unmittelbarer Nähe der Kapelle liegt der kleine Stofelsee, der während der Wintermonate meist zugefroren ist. Als Attraktion wurde eine große Schaukel aus massivem Holz an diesem besonderen Platz errichtet. Davon gibt es mehrere im Gebiet Damüls-Faschina. Die Schaukelinstallationen sind dabei mehr als nur Sitzgelegenheiten – sie sind bewusst gestaltete Kunstobjekte und laden zum Perspektivwechsel ein. Nach diesem Zwischenstopp wandert man weiter entlang des Winterwanderwegs, welcher nun durch einen kleinen Waldabschnitt führt. Danach geht es leicht bergab zum Alpengasthof Jägerstüble. Von dort verläuft die Route weiter in Richtung Alpe Unterdamüls. Kurz vor der Alpe zweigt man links ab und wählt die Strecke zurück nach Damüls.
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