Nach Spar

Fleisch aus Österreich: Andere Märkte ziehen nach

Österreich
13.01.2026 15:54

Nachdem sich der Lebensmittelriese Spar in der „Krone“ für eine Österreich-Garantie beim Fleisch ausgesprochen hat, ziehen jetzt weitere Supermärkte nach. Auch Adeg, Billa, Lidl und Penny sagen „Nein“ zu Fleisch aus Südamerika.

Am kommenden Samstag wird Ursula von der Leyen das EU-Mercosur-Handelsabkommen in Paraguay unterzeichnen. Heimische Supermärkte stellen sich trotzdem gegen den Verkauf von Fleisch aus Südamerika. Nach Spar zeigen nun auch andere Händler ihre Solidarität mit heimischen Bauern.

Supermärkte beziehen Stellung
Bei Billa, Lidl und Spar werde es kein Fleisch aus Lateinamerika geben. Sie setzen lieber auf Fleisch aus Österreich. Der Lebensmittelriese Spar bezog schon am Montag Stellung zu dem Thema. „Rind, Schwein und Kalb stammen ausnahmslos aus Österreich. Daran wird nicht gerüttelt“, sagte Spar-Vorstand Markus Kaser im Interview mit der „Krone“.

Neben Spar verkündeten jetzt noch mehr Supermärkte, auf Fleisch aus Südamerika verzichten zu ...
Neben Spar verkündeten jetzt noch mehr Supermärkte, auf Fleisch aus Südamerika verzichten zu wollen.(Bild: isavira - stock.adobe.com)

Supermärkte reagieren nicht auf Mercosur-Abkommen
Die Rewe-Tochter Billa verkaufe seit dem Jahr 2020 zu hundert Prozent Frischfleisch aus Österreich, unter anderem heimisches Hendl, Pute, Schwein, Rind, Kalb, Wild und Lamm. Damit habe Billa „im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte eine Rewe-Sprecherin zur APA. Auch bei den Rewe-Töchtern Adeg und Penny gebe es „keine Pläne, Fleisch aus Mercosur-Ländern“ zu verkaufen. Zu den Mercosur-Staaten zählen Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay.

Hofer: „Stehen zur österreichischen Landwirtschaft“
„Als führender Diskonter in Österreich stehen wir fest zur österreichischen Landwirtschaft“, hieß es von Hofer auf eine Anfrage der „Krone“. Dabei sind der Lebensmittelkette besonders die Qualität des Fleisches sowie der Klima- und Tierschutz wichtig. Im ersten Halbjahr von 2026 sollen zudem alle Putenartikel im Sortiment auf Herkunft Österreich umgestellt werden. „Mit dieser Umstellung können wir folglich im ganzen Frischfleischbereich (exklusive Aktionen) eine Herkunft zu 100 % aus Österreich garantieren.“

„Setzen weiterhin auf heimische Qualität“
„An unserer Sortimentsstrategie ändert das Mercosur-Abkommen nichts“, hieß es von Lidl Österreich auf APA-Anfrage. Man habe „sich schon vor vielen Jahren bewusst dagegen entschieden, Fleisch aus Südamerika zu verkaufen“. Lidl will bei Frischfleisch „weiterhin auf heimische Qualität“ setzen, wie zum Beispiel bei der 100 Prozent österreichischen Lidl-Eigenmarke „Wiesentaler“.

Zahlreiche Bauern protestierten in Frankreich neben der Seine.
Zahlreiche Bauern protestierten in Frankreich neben der Seine.(Bild: AFP/AFP or licensors)

Bauern-Kritik an Handelsabkommen
Die Gegner des EU-Mercosur-Handelsabkommens befürchten eine Zunahme von Importen billiger Lebensmittel wie Rindfleisch, Geflügel und Zucker, die Landwirte in Europa unter Druck setzen würden. EU-weit kam es zu Protesten von Bauern. Den Landwirten wurden nun Hilfen in Aussicht gestellt, um die Effekte des Handelsabkommens abzumildern.

Mehrheit stimmte für Fleisch-Abkommen
Die Botschafter der 27 EU-Länder stimmten dem Abkommen vergangenen Freitag mehrheitlich zu. Unter anderem Frankreich, Polen und Österreich blieben bei ihrem Nein, wurden aber durch einen Kurswechsel der zunächst kritischen Italiener überstimmt. Neben der Unterzeichnung von der Leyens muss auch noch das EU-Parlament zustimmen, damit der Handelsdeal in Kraft tritt.

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