Die heurige Grippewelle hat Ende Dezember bereits jene vom Vorjahr weit übertroffen: Es waren 782 Menschen wegen Influenza im Krankenhaus und 38 auf der Intensivstation – um 79 bzw. neun mehr als am Höhepunkt der Welle im vergangenen Jahr. Das treibt das Gesundheitssystem an seine Belastungsgrenze. Die Zahlen sollen zudem noch steigen.
Die alarmierenden Zahlen gehen aus dem Dashboard für Schwere Akute Respiratorische Infektionen (SARI) hervor. Die Zahl der influenzabedingten Hospitalisierungsfälle in Wien übersteigt den Höchststand der vergangenen Saison bereits jetzt um rund ein Viertel, betonte die Ärztekammer. „Auch die Ordinationen der Wiener Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sind derzeit völlig überrannt und am Limit“, sagte Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.
Krankheitsfälle werden wohl noch steigen
Es ist wahrscheinlich, dass die Krankheitsfälle noch zulegen.„Erfahrungsgemäß steigen insbesondere nach den Weihnachtsferien, wenn der Schul- und Kindergartenbetrieb wieder aufgenommen wird, die Erkrankungszahlen noch einmal deutlich an“, erklärt Kamaleyan-Schmied.
Test-Möglichkeiten gefordert
„Vor diesem Hintergrund wäre es besonders wichtig, dass wir Ärztinnen und Ärzte im Verdachtsfall testen könnten“, forderte die Medizinerin. Zwar gibt es entsprechende Influenza-Tests, diese müssen aber von den Patienten privat bezahlt werden. Der Einsatz von CRP-Schnelltests in den Ordinationen sei durch die Krankenkasse stark limitiert.
Auch das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien verwies auf den weiteren Anstieg der Influenza-Aktivität in Österreich. Beinahe alle Länder Europas melden derzeit überregionale Influenzavirusaktivität mit mittlerer bis stark steigender Tendenz. Influenza A(H3N2) ist hierbei hauptverantwortlich für den steigenden Trend, so die MedUni.
Die Gesundheitskasse empfiehlt Bewegung, gesunde Ernährung, regelmäßiges Händewaschen und Maske im Krankheitsfall, um gesund durch den Winter zu kommen:
Auch Krankenstände nehmen zu
„Die aktuellen Krankenstandszahlen zeigen, dass Infektionen mit Grippe, grippalen Infekten sowie Covid in Österreich weiterhin deutlich zunehmen. Erfahrungsgemäß kommt es insbesondere nach Feiertagen und Urlaubsphasen zu zusätzlichen Erkrankungen“, informierte zuletzt auch die ÖGK. In der vergangenen Woche waren 5871 Menschen wegen Influenza im Krankenstand, in Vergleichszeitraum 2025 waren es 3339 gewesen. Bei den grippalen Infekten lagen die Zahlen mit 68.602 noch unter jenen vom Vorjahr (74.609). Insgesamt waren in der vergangenen Woche österreichweit 225.538 Menschen im Krankenstand, in der zweiten Kalenderwoche 2025 waren 264.683 Menschen österreichweit krankgeschrieben.
Nimmt man alle SARI-Fälle – dazu zählen Covid-19, Influenza, Pneumokokken-Pneumonie, RSV und andere schwere Atemwegsinfektionen, wie akute Bronchitis oder Lungenentzündung durch andere Erreger, gab es Ende Dezember bereits mehr Fälle als am Höhepunkt der Krankheitswelle in der vergangenen Saison. Auf Normalstationen wurden in der Woche bis 28. Dezember österreichweit 2424 Menschen in Spitälern behandelt, 147 lagen auf Intensivstationen. In der vergangenen Saison gab es den Höhepunkt der Infektionswelle Ende Jänner/Anfang Februar. Damals waren 2399 Menschen hospitalisiert, zudem mussten 129 Patienten intensivmedizinisch betreut werden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.