Langer Leidensweg

Meterweise Spenderhaut für Opfer von Crans-Montana

Ausland
08.01.2026 16:41

Eine Woche nach der verheerenden Brandkatastrophe in Crans-Montana haben Zürcher Spitäler von einem Lieferanten bisher 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für Brandopfer erhalten. Ihnen stehen nun monatelange, äußerst intensive Behandlungen bevor. 

Viele sind nach wie vor in einem kritischen Zustand – selbst jene, die es früh nach draußen geschafft haben, trugen schwere Brandwunden davon, zeigen Videos. Nun sei die Haut von toten Spendern zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden, teilte die niederländische Gewebebank der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Außerdem habe die Gewebebank Spenderhaut auch nach Leipzig geliefert, wo drei Schweizer Brandopfer behandelt werden, hieß es am Donnerstag.

„Glücklicherweise zeigten sich die Schweizer Zollbehörden sehr kooperativ und ermöglichten eine verzögerungsfreie Abfertigung der Spenderhaut“, schilderte ein Sprecher der Gewebebank in Haarlem der Agentur. Diese wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, um die Wunden schwer brandverletzter Patientinnen und Patienten zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen, bis das Einsetzen körpereigener Haut möglich ist.

Nach dem Silvester-Inferno herrscht nach wie vor Fassungslosigkeit.
Nach dem Silvester-Inferno herrscht nach wie vor Fassungslosigkeit.(Bild: EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Langer Leidensweg droht
Den Verletzten steht laut der deutschen Trauma-Expertin Sybille Jatzko ein langer Leidensweg bevor. Vieles erinnere an die schlimmen Verbrennungen bei der Flugtag-Katastrophe von Ramstein in Deutschland im August 1988, deren Opfer und Hinterbliebene Jatzko betreut hat.

„Wir wissen, wie lange sie gebraucht haben, einigermaßen ins Leben zurückzukommen, und wie viele Beeinträchtigungen nach fast 40 Jahren für die verbrannten Opfer jetzt noch da sind“, sagte Jatzko von der Stiftung Katastrophen-Nachsorge im bayerischen Sonthofen. Als Beispiele nannte sie Hautprobleme oder ständig wiederkehrende Operationen. „Sie haben einen schweren Weg vor sich.“

Chefärztin geht von monatelangem Klinikaufenthalt aus
Die Chefärztin des Brandverletzten-Zentrums des Kinderspitals in Zürich, Kathrin Neuhaus, geht von monatelangen, äußerst intensiven Behandlungen aus. „Von solchen Patienten wissen wir, dass sie sehr, sehr viele Operationen brauchen“, räumte sie jüngst im Schweizer TV-Sender SRF ein. „Wir rechnen mit Aufenthalten im Spital von drei bis fünf Monaten.“ Die Klinik behandelt fünf Brandopfer aus Crans-Montana. Vier davon seien aktuell in einem kritischen Zustand, teilte die Klinik der Deutschen Presse-Agentur mit.

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