Schönste Wanderrouten

Winterwanderung im Verwall

Vorarlberg
09.01.2026 12:55

Von St. Anton am Arlberg geht es entlang eines gut präparierten Weges zur Wagner Hütte. Diese ist nach einem Mann benannt, der einst hauptverantwortlich für den Tunnelbau am Arlberg war.

Das Verwall ist eine Gebirgsgruppe der zentralen Ostalpen, die sich über das Tiroler Oberland und Vorarlberg erstreckt, wobei der Tiroler Anteil nur geringfügig größer ist als jener Vorarlbergs. Der Name geht auf das romanische „Val bel“ zurück, was so viel wie „schönes Tal“ bedeutet. Im Zuge sprachlicher Wandlungen entwickelte sich daraus schließlich die Bezeichnung „Verwall“. Die moderne Schreibweise „Ferwall“ taucht zwar in Dokumenten auf, konnte sich bislang jedoch kaum etablieren. In der offiziellen österreichischen Karte firmiert das Gebiet als Verwallgruppe.

Tipps und Infos

Typ: gemütliche Winterwanderung
Dauer: knapp zwei Stunden (hin/retour)
Ausgangspunkt: Mooskreuz, ein Ortsteil der Gemeinde Sankt Anton am Arlberg
Ausrüstung: Winterwanderschuhe mit guter Profilsohle, warme Kleidung oder Langlaufski und entsprechende Ausrüstung
Einkehrmöglichkeit: Wagner Hütte (Wintersaison bis 19. April, täglich von 10 bis 17 Uhr), weitere Optionen direkt in Sankt Anton
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 760 von St. Anton a. Arlberg Bahnhof bis Mooskreuz

Geologisch zählt das Verwall zu den ältesten Gebirgsformationen der Alpen. Es besteht überwiegend aus kristallinem Gestein wie Gneis und Glimmerschiefer. Mehrere markant geformte Gipfel, die sich allesamt auf Tiroler Boden erheben, überschreiten die Dreitausendmetergrenze. Höchster Punkt ist der Hohe Riffler mit 3168 Metern. Das Europaschutzgebiet Verwall liegt vollständig auf Vorarlberger Seite und umfasst rund 120 Quadratkilometer. Durch die relativ abgeschiedene Lage ist es noch weitgehend ursprünglich erhalten. Hier finden unter anderem Alpenschneehuhn, Steinadler, Uhu, Grauspecht, Steinbock sowie weitere teils gefährdete Tierarten einen wichtigen Rückzugsraum. Der Tiroler Teil des Verwalls verfügt bislang über keinen vergleichbaren Schutzstatus. In den Sommermonaten ermöglicht ein Netz an Höhenwegen mehrtägigen Hüttentouren. Im Winter ist die Auswahl an Routen naturgemäß eingeschränkter.

Die Rosanna durchfließt das Verwalltal.
Die Rosanna durchfließt das Verwalltal.(Bild: Rubina Bergauer)

Im Winter wird die Wildnis spürbar
Eine besonders gemütliche, auch für Familien geeignete Wanderung führt entlang eines gut präparierten Weges von St. Anton am Arlberg zur Wagner Hütte auf 1509 Metern Seehöhe. Ausgangspunkt ist der Ortsteil Mooskreuz, der bequem mit dem Bus erreichbar ist. Alternativ steht ein kleiner Wanderparkplatz zur Verfügung, dessen Parkdauer allerdings auf drei Stunden begrenzt ist. Die Strecke verläuft nahezu ohne Höhenunterschiede und eignet sich daher auch hervorragend für Langlaufskier – eine ausgewiesene Loipe ist vorhanden. Während der Sommersaison ergänzen ein Bike-Areal, eine Sagenstation sowie ein Seilgarten das Angebot. Die Ursprünglichkeit des Verwalls tritt angesichts dieser Infrastruktur stellenweise in den Hintergrund. Doch spätestens im Winter, wenn schneebedeckte, massive Bergrücken die Landschaft dominieren und das Wasser der Wildbäche zu von der Natur geformten Eisskulpturen gefroren ist, lässt sich die Wildnis erahnen.

Die Geschichte der Wagner Hütte

K. k. Oberingenieur Carl Wagner (1850 – 1933) ist Namensgeber der Hütte. Er fungierte als stellvertretender Bauleiter des Arlberg-Tunnels und übernahm im Jahr 1883 die Hauptleitung des Tunnelbaus. Wagner galt als einer der kenntnisreichsten Fachleute des Eisenbahnbaues in der Monarchie. Er gründete und leitete auch die Freiwillige Feuerwehr St. Anton am Arlberg und wurde schließlich am 15. Juni 1884 wegen seiner ehrenvollen Verdienste für die Gemeinde zum Ehrenbürger ernannt. Die für den Tunnelbau benötigten Ventilatoren wurden durch Wasserkraft betrieben. Dafür wurden im Jahr 1880 im Verwall am sogenannten Ochsengampen an der Rosanna eine Wasserfassung sowie ein Wärterhaus samt Nebengebäuden errichtet. Damit war der Grundstein für die spätere Wagner Hütte gelegt. Nach dem Bau der Eisenbahn wurden die Gebäude Carl Wagner zum Dank überlassen und dieser hat das Wärterhaus zu einer Jagdhütte umgestalten lassen. Diese wurde später in ein Gasthaus umgewandelt und nach mehreren Besitzerwechseln erwarben die Gemeinde St. Anton und der Tourismusverband die Hütte im Herbst 2017 und investierten über drei Millionen Euro in die Sanierung und Erneuerung des Betriebs. Aktuell verfügt die Wagner Hütte über 70 Sitzplätze (innen und außen) und einen Seminarraum. Historische „Schätze“ sind Originalurkunden und die Lebensgeschichte des Namensgebers, die in den Räumen ausgestellt sind, sowie die „Lorenza Stube“, angekauft von einem St. Jakober Bauernhof. Eine kulinarische Hommage würdigt die frühere Besitzerin Paula Fahrner: „Paulas Apfelkuchen“ (das Originalrezept) steht immer noch auf der Speisekarte.

Die Wagner Hütte war erst ein Wärterhaus, dann eine Jagdhütte und wurde schließlich in ein ...
Die Wagner Hütte war erst ein Wärterhaus, dann eine Jagdhütte und wurde schließlich in ein Gasthaus umgewandelt.(Bild: Rubina Bergauer)

Der Weg zur Hütte führt über den Arlenbach, der direkt an der Grenze zu Vorarlberg im Bereich des Arlbergpasses entspringt und entlang der Rosanna, die das Verwalltal durchfließt. Bei der Wagner Hütte angekommen, kann man sich in der Stube aufwärmen, bevor es wieder über denselben Weg retour geht. Im Winter lässt sich die immer noch vorhandene Wildheit der Verwallgruppe besser erahnen als im Sommer. Das rechte Bild zeigt den Blick von der Wagner Hütte in Richtung Mooskreuz.Der Weg verläuft flach und ist in der Regel gut präpariertVon St. Anton a. A. geht es entlang eines gut präparierten Weges zur Wagner Hütte. Diese ist nach einem Mann benannt, der einst hauptverantwortlich für den Tunnelbau am Arlberg war.

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