Alois Mühlbacher

Die magische Anziehungskraft der hohen Töne

Kultur
09.12.2025 16:06

Der oberösterreichische Countertenor Alois Mühlbacher hat ein Originalklang-Ensemble gegründet, leitet ein Barock-Festival in St. Pölten und singt ab Sonntag im Theater an der Wien in der Familienoper „Ich bin Vincent! Und ich habe keine Angst“. Die „Krone“ hat ihn getroffen.

Angefangen hat alles im Stiegenhaus. Da war die Akustik am besten. Seine Eltern haben in den schrillen Stimmübungen das Talent ihres Alois erkannt und ihn mit zehn zu den Sängerknaben in St. Florian gebracht. „Da hab’ ich schnell unglaublichen Ehrgeiz entwickelt“, schaut der heute 30-Jährige zurück. Vor allem die tiefe Verbundenheit mit der Musik war ganz früh da: „Sobald ich zu singen begonnen habe, bin ich in eine andere Welt entglitten, habe begonnen zu träumen.“

Es folgten weltweite Tourneen, Staatsopern-Engagements, eine CD mit Sopran-Arien. Diese außergewöhnliche Sopran-Karriere verdankt Mühlbacher seiner virtuosen Stimme und dem späten Stimmbruch mit 15. Aus dem kam der Sopran als Bassbariton heraus: „Ich bin sehr an dieser hohen Stimme gehangen, es war ein schwerer Abschied.“ Ganz losgelassen hat ihn die hohe Lage nie: „Ich habe durchgehend Sopran gesungen, das war nie ganz weg.“

Als Bass heraus aus dem Stimmbruch
Den Stimmsitz neu ausbalancieren, Muskulatur aufbauen – der Wechsel ins Counter-Fach hat Zeit gebraucht. Seit ein paar Jahren empfindet er aber auch darin jene Freiheit und Sicherheit, die er als Knabe hatte. Seine Bassstimme trainiert er weiter, singt sich damit ein, „damit auch einmal das ganze Stimmband zum Schwingen kommt.“

Die Höhe hat ihre „magische Anziehungskraft“ behalten: „Für mich ist das das natürlichste Singen, weil ich es als Kind so gewohnt war. Da entsteht eine sphärische Stimmung, der Klang hat etwas Leuchtendes und ganz Zerbrechliches.“

Im Theater an der Wien singt er ab 14.12. in der Familienoper „Ich bin Vincent!“, für die Gordon Kampe den Roman von Enne Koens vertont hat. Im Mittelpunkt steht ein Bub, der in der Schule ausgeschlossen wird und Trost bei einer Fantasie-Tierfamilie sucht: „Sie begleitet ihn, heitert ihn auf – bis eine neue Mitschülerin alles verändert.“

Von Bach über Schubert bis zu Michael Jackson
Auch jenseits der Bühne ist Mühlbacher kreativ, hat ein Ensemble gegründet und leitet ein Barock-Festival. In eine Schublade stecken lassen will er sich aber nicht lassen, experimentiert mit Stilen und Genres – von Schubert bis Michael Jackson: „Counter wie Philippe Jaroussky haben das Repertoire revolutioniert in den vergangenen Jahren, das Image weggebracht vom reinen Bachsänger, der wie ein Instrument klingt. Diese Stimmen haben eine besondere Spannung, schon allein körperlich. Es reizt mich sehr, das für alle möglichen Kunstformen einzusetzen!“

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