Vor 25 Jahren hat die UNO-Resolution 1325 nach einer sichereren Welt für Frauen gestrebt – doch heute warnen Expertinnen, dass dieses Vorhaben zu bröckeln beginnen könnte. Bei einer Konferenz in Wien wurde klar: Frauen leisten zentrale Beiträge zu Frieden und Sicherheit, werden in militärischen Strukturen jedoch noch immer übergangen, gefährdet oder gar wie Objekte behandelt.
Vor 25 Jahren wurde die UNO-Resolution 1325 verabschiedet. Damit wurde die aktive Rolle von Frauen in der Konfliktprävention und beim Aufbau von nachhaltigem Frieden anerkannt. Aus diesem Anlass sprachen einige internationale Gäste am Donnerstag bei einer Konferenz über die Themen Frauen, Sicherheit und Frieden.
Frauen müssen besser geschützt werden
Einstimmig wurden im Jahr 2000 die Grundsätze weiblicher Teilnahme in allen Sicherheitsfragen verankert. Dazu gehören der Zugang zu allen Positionen in Streitkräften, die Teilnahme an Friedensprozessen, Schutz vor sexueller Gewalt in Konflikten und Mitwirkung beim Wiederaufbau. Denn Frauen sind von Kriegen auf andere, grausame Weise betroffen, als Männer; so sterben rund 500 Frauen und Mädchen in konfliktbetroffenen Ländern an Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, wie aus einem Bericht der UN Women hervorgeht. Auch Prostitution rund um in Kriegsgebieten stationierte Soldaten ist ein Problem.
Tanner träumt von 25 Prozent Frauenanteil beim Bundesheer
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner sprach davon, Frauen auch beim Dienst in Streitkräften stärker beteiligen zu wollen. In Österreich sollen Frauen künftig 25 Prozent des Bundesheer-Personals ausmachen. Außerdem sei Österreich mit mehreren Projekten an der Umsetzung der „Women, Peace and Security“ Resolution beteiligt. Dazu gehören etwa Lehrgänge für Frauen zum Einsatz von Munition und Trainings zu Geschlechterthemen in Armeen.
„UN-Resolution ist in Gefahr“
Die schwedische Generalmajorin sieht die WPS-Resolution gefährdet. Bei der Implementation von „1325“ hätte es in den vergangenen Jahren weltweit Rückschritte gegeben. „Die Beachtung von Gender-Themen passt noch immer nicht zu maskuliner Hierarchie und zur modernen Kriegsführung“, so Swaan Wrede. „Wir müssen mehr tun, sonst verliert 1325 seinen Effekt“. In Schweden gilt seit 2017 – anders als in Österreich – auch für Frauen eine Wehrpflicht.
„Frauen werden beim Heer wie Objekte behandelt“
Die Generalleutnantin Cheryl Pearce vom „UN-Office for Military Affairs“ sprach davon, dass Frauen oft noch wie Objekte behandelt würden. „Der Einsatz weiblicher Soldaten wird leider oft wie die Entsendung eines Lastwagens behandelt, nicht als Prinzip“, so die australische Generalin. Wegen der Zunahme globaler Konflikte und finanzieller Probleme würden Geschlechtsperspektiven heute noch immer zu wenig in Planung und Durchführung militärischer Aktionen berücksichtigt. Bis Frauen auf militärischer Ebene so viel Einfluss hätten wie Männer, sei es also noch ein weiter Weg.
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