„Fall Anna“ wirkt nach

Drohungen, Delikte: Neue Details zu Burschen-Bande

Gericht
20.11.2025 06:00

Als er unter Raubverdacht geriet, saß jener 17-Jährige, der im brisanten Prozess um Gruppenübergriffe an einer Zwölfjährigen unter den zehn Freigesprochenen war, bereits ein. Er hatte ohne Führerschein Autos quer durch Wien gelenkt. Gegen ihn wird nun auch wegen schweren Raubes, fortgesetzter Gewaltausübung und gefährlicher Drohung ermittelt.

Mit erhobenem Daumen und einem breiten Lächeln im Gesicht verließ der 17-Jährige im August das Wiener Landesgericht. Er war – wie weitere neun Angeklagte – von den Vorwürfen um sexuelle Übergriffe in Wien-Favoriten an der damals zwölfjährigen Anna (Name geändert) freigesprochen worden.

Wie die „Krone“ berichtete, sitzt der beschäftigungslose junge Mann nun aber doch in U-Haft. Wegen eines schweren Raubes, den er im Juni gemeinsam mit einem ebenfalls im „Fall Anna“ freigesprochenen 21-Jährigen in einer Garage in Wien-Simmering begangen haben soll.

Nach und nach kommen immer mehr Details ans Tageslicht. Denn als der Bursche letzte Woche als mutmaßlicher Täter in dem Raub überführt wurde, saß er bereits in Haft. Genauer gesagt in Verwaltungsstrafhaft.

Dem jungen Mandanten von Anwalt Mirsad Musliu (li.) droht Ungemach in mehreren Causen.
Dem jungen Mandanten von Anwalt Mirsad Musliu (li.) droht Ungemach in mehreren Causen.(Bild: Gerhard Bartel)
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Mein Mandant hat bis dato keine Aussagen zu den Vorwürfen gemacht.

Anwalt Mirsad Musliu

Der Grund dafür: Er dürfte mehrfach – obwohl er damals erst 16 war – in Wien am Steuer von Autos erwischt worden sein.

Auch in weiterer Causa unter den Verdächtigen
Erschütternd auch die Chats, die er der Zwölfjährigen im „neuen Fall Anna“ geschrieben haben soll. (Wieder geht es um ein damals zwölfjähriges Opfer, das sexuell missbraucht, bedroht, genötigt, geschlagen und bespuckt worden sein soll, Anm.) Darin soll er dem Mädchen etwa gedroht haben: „Willst unbedingt in einer Mülltonne tot aufgefunden werden, in kleinen Stücken?“

Mit sechs Burschen, von denen dem Vernehmen nach weitere drei auch unter den Freigesprochenen im ersten „Fall Anna“ waren, wird er in dem Verfahren als Beschuldigter geführt. Gegen den 17-Jährigen wird wegen des Verdachts auf fortgesetzte Gewaltausübung und gefährliche Drohung ermittelt. Gegen andere auch wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs Unmündiger und Körperverletzung – es gilt die Unschuldsvermutung.

Sollte sich zudem der Raubverdacht erhärten, droht dem 17-Jährigen diesmal längere Haft – auf schweren Raub stehen für Jugendliche bis zu siebeneinhalb Jahre Gefängnis. „Mein Mandant hat bis dato keine Aussagen zu den Vorwürfen gemacht“, sagt Musliu auf „Krone“-Anfrage.

Die Causa rund um die Burschen-Bande aus dem Antonspark in Favoriten wird die Justiz noch lange beschäftigen.

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