Warum lieben ihn alle? Weil er mehr als ein Schauspieler ist: Cornelius Obonya ist ein Erzähler, ein Magier der Worte, ein Meister der Emotionen. Er tritt nun bei den Salzkammergut Festwochen in Gmunden auf. Gemeinsam mit Ausnahmepianistin Andrea Linsbauer ist er „Unterwegs in Galizien“ – aber „Habsburgernostalgie“ will er nicht.
Cornelius Obonya (55) brillierte in zahlreichen Theater- und Filmproduktionen, etwa am Burgtheater und der Schaubühne Berlin. Seine bekannteste Rolle: Er war von 2013 bis 2016 der „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen.
Nun kommt er für einen Leseabend ins Stadttheater Gmunden. Am Programm steht „Unterwegs nach Galizien – Wien – Lemberg und zurück“. Die Wiener Pianistin Andres Linsbauer, der polnische Geiger Radek Pujanek und die junge ukrainische Sopranistin Olena Herneha begleiten ihn.
„Krone“: Zeitlich schaut man mit dem Begriff „Galizien“ zurück auf die Habsburgermonarchie. Warum?
Cornelius Obonya: Warum nicht? Wir erzählen etwas über unsere eigene Geschichte. Davon zu wissen, wird immer wichtiger.
Die Region „Galizien“, die einst Gebiete in der Ukraine und in Polen überspannte, wurde nach dem Zerfall der Monarchie 1918 aufgelöst. Hat sie dennoch eine Bedeutung?
Die Erinnerung an „Galizien“ ist durch Habsburger-Nostalgie und allerlei aus den Heimatfilmjahren der 1950er und 1960er verklebt. Aber die Realität der Menschen damals zu sehen ist eine gute und wichtige Erinnerung für uns heute.
Ich kenne den Begriff Galizien, weil mein Urgroßvater von der Front des Ersten Weltkriegs von dort mit dem Rad nach Hause gefahren ist. Gibt es bei Ihnen auch eine Familienerinnerung?
Nein.
Wie ist die Brücke ihres Lesungsprogramms zum Heute?
Die Brücke kann nur sein, eine Erinnerung zu bewahren an viele Dinge, die heute sehr weit weg erscheinen, aber – eben mit Blick auf die Ukraine – doch recht nah sind.
Verraten Sie uns noch Ihre aktuellen Theater- oder Filmprojekte?
Meine Frau Carolin Pienkos und ich werden gemeinsam „Orfeo ed Euridice“ von Christoph Willibald Gluck inszenieren. Die Premiere am Stadttheater Klagenfurt ist am 5. Februar 2026. Und ich drehe gerade in einer Folge der TV-Krimireihe „Tirolerblut“, eine Koproduktion von ORF und ARD.
Was lieben Sie an Lesungen?
Sie brauchen nur einen Text und Zuhörer und können – im besten Fall – Menschen in eine andere Welt versetzen.
Infos: Festwochen Gmunden, „Unterwegs nach Galizien – Wien – Lemberg und zurück“, Donnerstag, 20. November, 19:30 Uhr Stadttheater Gmunden.