Ernstes Anliegen

Facebook führt neue Geschlechter ein - gleich 50!

Web
14.02.2014 10:53
Das soziale Netzwerk Facebook stellt seinen Nutzern neue Geschlechter-Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung, um z.B. Transsexuellen beim Gestalten ihrer Profile passende Alternativen zu "männlich" oder "weiblich" zu bieten. Die Zahl der neu hinzugekommenen Optionen ist beachtlich: Über 50 verschiedene Geschlechtervarianten stehen nun bereit. Vorerst nur in der US-Version von Facebook, die Neuerung ist aber auch bei uns geplant.

Entwickelt wurden die neuen Einstellmöglichkeiten gemeinsam mit der Transsexuellen-Organisation GLAAD. Facebook habe über ein Jahr eng mit Interessensvertretern der Transsexuellen-Community zusammengearbeitet. Personen, die sich keinem der beiden traditionellen Geschlechter zurechnen wollen, sind über die Änderung höchst erfreut.

"Für die, die es betrifft, bedeutet es die Welt"
"Es wird sicher eine Menge Leute geben, denen das nichts bedeutet, aber für die wenigen, die es betrifft, bedeutet es die Welt", erklärt Brielle Harrison, die an dem Projekt mitgearbeitet hat. Die Softwareentwicklerin hat selbst eine Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau hinter sich und war eine der ersten Nutzerinnen des sozialen Netzwerks, die von den neuen Geschlechtereinstellungen Gebrauch gemacht hat. Auf ihrem Profil gibt sie sich nun als "TransWoman" zu erkennen.

Die Softwareentwicklerin erklärt, dass viele Menschen wie sie, die nicht im klassischen Sinne Mann oder Frau sind, sich durch die binäre Auswahlmöglichkeit zwischen "männlich" und "weiblich" gestört gefühlt haben. "Das ändert sich jetzt, und zum ersten Mal kann ich auf die Seite gehen und allen Menschen, die ich kenne, genau zeigen, was mein Geschlecht ist", so Harrison.

"Es ist unmöglich, die biologische Realität zu leugnen"
Doch Facebooks neue Geschlechteroptionen erfreuen nicht nur Betroffene, sondern spalten auch die Gemüter. "Es ist unmöglich, die biologische Realität zu leugnen, dass die Menschheit in zwei Hälften geteilt ist – männlich und weiblich", sagt Jeff Johnston von der religiösen US-Organisation "Focus on the Family".

Der Kritiker fügt hinzu: "Jene, die Änderungen fordern, bestehen darauf, dass es eine unendliche Zahl von Geschlechtern gibt. So etwas zu sagen, macht es aber noch nicht richtig."

Menschen, die für die Rechte Transsexueller eintreten, sehen das naturgemäß anders. "Wir applaudieren Facebook dafür, es den Menschen endlich möglich zu machen, online ihr authentisches Selbst zu sein", sagt der auf Transsexualität spezialisierte Jurist Masen Davis.

Bald auch in anderen Sprachen mehr Geschlechter-Optionen
Tatsächlich ist Facebook gar nicht das einzige soziale Netzwerk, das Geschlechteroptionen abseits von "männlich" und "weiblich" anbietet. Auch Googles Konkurrenzdienst Google+ bietet die zusätzliche Möglichkeit "Anderes", hat allerdings nicht ansatzweise so viele Geschlechter-Abstufungen wie nun Facebook.

Wie ein Facebook-Sprecher gegenüber krone.at bestätigt hat, sind die über 50 neuen Geschlechtervarianten auf Facebook vorerst nur für jene Nutzer verfügbar, die bei der Sprache US-amerikanisches Englisch eingestellt haben. Aufgrund der Einzigartigkeit der neuen Geschlechtsbegriffe auf Facebook beschränke man sie zunächst auf die englische Sprache. Man arbeite jedoch bereits daran, die neuen Optionen auch für andere Sprachen wie Deutsch umzusetzen.

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