Ach, übrigens...

Innovativ oder irrelevant?

Vorarlberg
31.08.2025 10:25

Der Vorschlag, nationale Ligenspiele im Ausland auszutragen, ist auch an „Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl nicht spurlos vorbeigegangen. Für die neueste Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ macht er sich Gedanken, ob so ein Modell auch auf die heimische Bundesliga umzumünzen wäre.

Als die Rede davon war, dass die AC Milan und Como 1907 ihre Serie A-Begegnung im australischen Perth auszutragen gedenken, war klar, dass es sich dabei nur um die Spitze des redensartlichen Eisbergs handeln würde. Kennt man ja von der Titanic: „Iceberg right ahead“ und so. Und tatsächlich sind längst weitere Begehrlichkeiten dieser Art im Schwange, beispielsweise in Spanien, wo ein Match zwischen dem FC Villarreal und dem FC Barcelona nach Miami verlegt werden soll. Das gefällt zwar weder der Spielergewerkschaft ATF noch den Football Supporters Europe (FSE), von den Fans beider Clubs ganz zu schweigen, was aber Ligapräsident Javier Tebas nicht weiter anficht. Denn schließlich gelte die Hinwendung zu einem internationalen Publikum als wichtiger Schlüssel zu neuen Einnahmen: „Entweder wir sind innovativ oder wir werden irrelevant!“

Kärntner und Steirer nach Nordkorea?
In England gibt es ähnliche Pläne und Italiens Ligachef Ezio Simonelli träumt sogar davon, fürderhin den gesamten ersten Spieltag der Serie A irgendwo im Ausland auszutragen. Immerhin habe er aus den USA dafür einen Finanzierungsvorschlag erhalten. Was DFB und ÖFB betrifft, scheinen derlei Überlegungen momentan kein Thema zu sein, denn die Idee, eine Begegnung wie RZ Pellets WAC vs. TSV Egger Glas Hartberg nach Pjöngjang oder Ulaanbaatar auszulagern, wäre bestenfalls ziemlich apart. Und um zu prophezeien, dass es bei der Ankündigung, das Derby HSV gegen St. Pauli im saudischen Riad stattfinden zu lassen, in der Hansestadt zu einem mehrwöchigen Generalstreik mit chaotischen Zuständen käme, muss man durchaus kein Hanseat sein.

2016 duellierten sich PSG Paris und Olympique Lyon im Klagenfurter Stadion um den französischen ...
2016 duellierten sich PSG Paris und Olympique Lyon im Klagenfurter Stadion um den französischen Supercup(Bild: AFP/SAMUEL KUBANI)

Klagenfurt als einstiger Vorreiter
In Frankreich sieht man das gelassener, was daran liegen mag, dass der Supercup (Trophée des Champions) schon seit 2009 regelmäßig im Ausland ausgespielt wird, beispielweise in Montréal, Libreville, was die Hauptstadt von Gabun ist, oder auch in Shenzhen in der chinesischen Provinz Guangdong. Es gab sogar noch einen viel exotischeren Austragungsort, nämlich das derzeit in 28 Black Arena umbenannte Wörthersee Stadion im Klagenfurter Stadtteil Waidmannsdorf, wo sich 2016 Paris Saint-Germain mit 4:1 gegen Olympique Lyon durchsetzen konnte. 9500 verkaufte Tickets wurden immerhin gezählt und damit gerade mal 700 weniger als beim ebenfalls dort ausgetragenen ÖFB Cup-Finale zwischen FC Admira Wacker Mödling und RB Salzburg im selben Jahr. Mit Sicherheit sind danach in den karinthischen Fußgängerzonen die Fanshops von PSG und OL regelrecht aus dem Boden geschossen, sonst wäre die Idee dahinter einigermaßen sinnlos gewesen.

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