Schmerzen für Kind

Eine Milliarde Dollar wegen verpfuschter Geburt

Ausland
30.08.2025 07:32

In der US-Presse wird sie das „Billion Dollar Baby“ genannt – auf Deutsch: das Milliarde-Dollar-Mädchen. Denn (fast) soviel Schmerzensgeld muss ein Krankenhausbetreiber an die Familie der kleinen Azaylee Zancanella zahlen. Das Mädchen ist wegen unfassbarem Ärztepfusch seit der Geburt schwerbehindert.

„Das Baby wäre sicherer gewesen, wenn sie in einer Hütte irgendwo in Afrika oder im WC einer Tankstelle zur Welt gekommen wäre“, so der zuständige Richter. Doch wie ist es überhaupt so weit gekommen?

Die hochschwangere Anyssa Zancanella aus Wyoming hatte 2019 mit ihrem Ehemann Daniel einen Tagesausflug in den US-Nachbarbundesstaat Utah gemacht – als ihre Fruchtblase platzte. Sie steuerten das naheliegendste Krankenhaus mit Kreißsaal, das Jordan Valley Medical Center, an.

Gesundheit des Babys zu spät kontrolliert
Laut der Klageschrift bekam die werdende Mutter eine „exzessive Dosis an Pitocin“, ein Medikament, das Wehen auslösen soll. Danach wurde sie von den sehr unerfahrenen Krankenschwestern und dem Entbindungsarzt einfach auf ihrem Zimmer allein gelassen. Erst über 24 Stunden später sei der Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes überprüft und sofort ein Not-Kaiserschnitt eingeleitet worden.

Zu diesem Zeitpunkt war die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn des Babys schon so lange unterbrochen gewesen, sodass das Baby „permanente neurologische und kognitive Schäden, sowie schwere Einschränkungen bei körperlichen und geistigen Funktionen davon getragen hat, die ihr seither Schmerz und Leid verursachen“.

Familie Zancarella hat trotz Komolikationen die Freude am Leben nicht verloren.
Familie Zancarella hat trotz Komolikationen die Freude am Leben nicht verloren.(Bild: Anyssa Zancarella)

Lebenslange Schmerzen
Die heute Sechsjährige kann nicht sprechen und muss täglich Ergo- und Physiotherapie machen. Weil es ständig lebensgefährliche Krampfanfälle bekommt, kann das Kind nicht allein schlafen und teilt sich das Bett mit ihren Eltern. Mutter Anyssa kamen laut „Salt Lake City Tribune“ bei ihrer Aussage im Zeugenstand immer wieder die Tränen: „Sie haben Azaylees Leben gestohlen. Ich weiß, dass meine Tochter da drin ist, aber sie kann nicht rauskommen – sie ist gefangen. Daran denke ich jeden Tag.“

Richter Patrick Corum sprach den Krankenhausbetreiber „Steward Health Care“ wegen schwerster medizinischer Fahrlässigkeit und Ärztepfusch schuldig und der Familie 951 Millionen Dollar zu: „Das Krankenhaus war der gefährlichste Platz auf Erden für Azaylee, auf die Welt zu kommen. Ich kann mir keinen profunderen Verlust verstellen, als niemals die Person zu erleben, die in einem hirngeschädigten Kind gefangen ist.“

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