Mi, 15. August 2018

96 Millionen Beute?

03.12.2013 10:33

Hacker soll Online-Schwarzmarkt ausgeraubt haben

Die virtuelle Währung Bitcoin machte zuletzt nicht nur durch ihren Rekordkurs von gut 1.000 US-Dollar pro Bitcoin von sich reden, sondern wird durch ihren steigenden Wert auch interessanter für Ganoven. Jetzt hat ein Online-Schwarzmarkt im digitalen Untergrund des TOR-Netzwerks den Raub von mindestens 5.400 Bitcoins im Wert von über fünf Millionen US-Dollar gemeldet. Die Nutzer vermuten allerdings die Betreiber selbst hinter dem mysteriösen Bitcoin-Raub – und gehen von einer noch weit höheren Schadenssumme von bis zu 96 Millionen aus.

Die Nutzer des Online-Schwarzmarktes Sheep Marketplace sind erzürnt. Aus heiterem Himmel hatten die Betreiber der nur über das Anonymisierungsnetzwerk TOR zugänglichen Website, auf der mit Drogen und anderen illegalen Gütern gehandelt wurde, ihre Seite dicht gemacht. In einer Nachricht entschuldigen sie sich und nennen als Grund den Diebstahl von 5.400 Bitcoins bei einem Cybereinbruch – das Geld der Nutzer und die eigenen Provisionen.

Seitenbetreiber könnten User geprellt haben
Wie das IT-Nachrichtenportal "The Verge" berichtet, könnten bei dem Coup allerdings deutlich mehr Bitcoins gestohlen worden sein als gedacht. Und zwar von den Betreibern selbst. Die Nutzer hätten nämlich heftige Zweifel daran, dass es tatsächlich jemandem gelungen sein soll, die Server des Sheep Marketplace zu kapern und alle Bitcoins zu entwenden. Ihre Vermutung: Die Betreiber haben sich mit dem gesammelten Vermögen der User aus dem Staub gemacht.

Dafür spreche, dass in den Tagen vor dem vermeintlichen Bitcoin-Diebstahl seltsames Verhalten auf der Website beobachtet worden war. Zuerst soll ein Nutzer beobachtet haben, dass eingezahlte Bitcoins nicht mehr zurückgezogen werden konnten. Und dann schaltete die Website Massenbestellungen für Drogen frei – gegen Vorkasse, versteht sich. Gut möglich, dass die Betreiber der Website zu diesem Zeitpunkt bereits wussten, dass sie ihre Website schließen würden, und sich noch an ihrer Nutzerschar bereichern wollten.

Sheep-Marketplace-User folgen der Bitcoin-Spur
Die übt sich nun in Selbstjustiz. Einige der ehemaligen Nutzer der Website haben es sich zur Aufgabe gemacht, das verschwundene Geld bei Diensten zur Bitcoin-Geldwäsche wiederzufinden. Dieser Gruppe zufolge soll die Zahl der gestohlenen Bitcoins weit höher sein, als von den Sheep-Marketplace-Betreibern angegeben. Nicht weniger als 96.000 Bitcoins sollen derzeit von einer digitalen Geldbörse in die andere wandern – das sind 96 Millionen US-Dollar. Die Nutzer hoffen, bei jenem Dienst, der die Bitcoins dann wieder in Echtgeld umtauschen soll, die Identität der Diebe zu enthüllen.

Ob das gelingt, lässt sich noch nicht sagen. Feststellen lässt sich aber schon jetzt ein zunehmendes kriminelles Interesse an der Online-Währung. Egal, ob sie nun von den Betreibern einer dubiosen Seite oder versierten Hackern, die in eine solche Seite einbrechen, entwendet werden: Durch das enorme Spekulanten-Interesse an den digitalen Münzen, das den Kurs zuletzt explodieren ließ, werden sie auch immer interessanter für Kriminelle. Gut möglich, dass sich Geschehnisse wie bei Sheep Marketplace künftig häufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.