Kidnapping befürchtet

Viel Angst und Aufregung wegen einer Jausen-Brezel

Oberösterreich
12.06.2025 08:00

Viele Kinder hatten Angst, ihre Eltern waren in Sorge: Die Nachricht, dass mutmaßliche Kidnapper im Gemeindegebiet von Neukirchen an der Enknach Schülern auflauern würden, verbreitete sich Dienstagfrüh wie ein Lauffeuer. Aber: Es war nur ein kurioses Missverständnis.

Was war passiert? Ein zwölfjähriger Bub hatte am Weg zur Schule beobachtet, dass zwei zu Fuß gehende Geschwister offenbar von einem Auto heraus angesprochen und zum Mitfahren gedrängt worden seien. Er meldete diesen Vorfall sofort in seiner Schule, auch die Polizei wurde eingeschaltet. Den ersten Angaben zufolge sollte es sich um zwei Männer zwischen 35 und 40 Jahren, jeweils mit Glatzen, gehandelt haben.

Die Volksschule in Neukirchen an der Enknach
Die Volksschule in Neukirchen an der Enknach(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Die Direktoren der örtlichen Volksschule (VS) und Mittelschule (MS) sahen sich aus präventiven Sicherheitsüberlegungen verpflichtet, die Eltern ihrer Schutzbefohlenen sofort zu warnen. Eine Information mit wichtigen Sicherheitshinweisen wurde versandt.

„Ein Schüler und eine Schülerin aus der Mittelschule bzw. Volksschule wurden von einem unbekannten Autofahrer angesprochen und zum Einsteigen in das Fahrzeug gedrängt. Zum Glück haben die Kinder richtig reagiert, sind nicht eingestiegen und haben sich sofort an eine Vertrauensperson gewandt“, hieß es in dem Schreiben, in dem es auch wertvolle Tipps für die Eltern gab.

(Bild: Eva Manhart)

Eltern sollten Kinder warnen
Diese sollten mit ihren Sprösslingen unbedingt über das richtige Verhalten in solchen Situationen sprechen. „Kinder sollten wissen, dass sie niemals in ein fremdes Auto einsteigen dürfen – auch nicht, wenn der Fahrer vorgibt, im Auftrag der Eltern zu handeln oder Hilfe zu benötigen.“

Weiters sollten sie bestärkt werden, laut und deutlich „Nein“ zu sagen und sofort wegzulaufen, wenn sie sich unwohl oder bedroht fühlen. „Ermutigen Sie Ihr Kind, verdächtige Situationen umgehend einer Lehrperson, den Eltern oder der Polizei zu melden.“

Jause für die Enkelkinder
Die Aufregung in der 2500-Einwohner-Gemeinde war groß. Bis am Abend eine Mutter telefonisch einem Schulleiter versicherte, dass es sich offenbar um ein Missverständnis des jungen Zeugen gehandelt habe. Denn in dem Auto waren nicht zwei Männer, sondern ein älteres Ehepaar gesessen. Und dieses habe seinen beiden Enkelkindern nur eine Brezel als Jause mitgeben wollen.

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