Machtwort gesprochen

Häupl greift in “Mahü”-Pläne ein: “Bus muss raus”

Österreich
29.08.2013 17:00
Eigentlich hat Michael Häupl gewollt, dass die neue begehbare Bus- und Radler-Zone auf der Mariahilfer Straße in der "Eigenverantwortung der Planungsstadträtin" bleibt. Die Brisanz des Themas lässt dies aber offenbar nicht mehr zu - der Bürgermeister greift ein und fordert: Der Bus muss raus, und die Querungen der "Mahü" sind wieder zu öffnen.

Das Thema "Mariahilfer Straße Neu" lässt die Wogen auch zwischen Rot und Grün ziemlich hochgehen. SPÖ-Stadtregierungsmitglieder sprechen - inoffiziell - gern über den "Wahnsinn rund um die Chaos-Fuzo". Die Grünen wiederum sehen sich vom Koalitionspartner "im Stich gelassen": Häupl sei über alle Maßnahmen "seit Monaten" informiert gewesen. Außerdem hätten die SPÖ-nahen Betriebsräte der Wiener Linien den Umbau der Mahü derart geprägt, dass der Begriff "Sabotage" durchaus passen könnte. "Und die für die Verkehrsbetriebe zuständige SPÖ-Vizebürgermeisterin hat das alles zugelassen", ärgern sich die Grünen.

Vermutlich auch deshalb, weil der rot-grüne Zwist heftig zu eskalieren droht, greift der Stadtchef jetzt ein. Häupl stellt klar: "Die Querungen der Mariahilfer Straße müssen wieder möglich sein, wir brauchen keine Mauer zwischen dem 6. und 7. Bezirk. Dann muss der Bus raus aus der Fußgängerzone. Und die Radfahrer müssen gebremst werden. In den nächsten sieben Tagen muss das alles geklärt sein." Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache meldete sich zu Wort: "Häupls Machtwort war ohnehin bereits überfällig."

So will Maria Vassilakou ihre Fußgängerzone noch retten
Auch für Maria Vassilakou ist klar: "Ja, der Bus muss weg von der Fußgängerzone - das passt nicht." Dass die Änderung der Route des 13A drei Monate dauert, sei ärgerlich, aber das Behördenverfahren sei eben nicht schneller abzuwickeln. Und die viel zu flotten Radfahrer müssten Tempo wegnehmen, sagt die Planungsstadträtin: "Da setze ich voll auf die Mithilfe unserer Radagentur und der Polizei. Die Exekutive hilft uns übrigens ausgezeichnet."

Dass nun auch der Bürgermeister für die Öffnung der - eben gesperrten - Querverbindungen über die Mahü ist, überrascht Vassilakou: "Da muss Michael Häupl nur mit seiner Bezirkschefin von Mariahilf reden - die wollte das ja alles." Kritik daran, dass die stets die Basisdemokratie preisenden Grünen erst 2014 über das Projekt abstimmen lassen, prallt an Vassilakou ab: "Vorher muss sich doch noch alles einspielen."

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