"In der Zeitung liest man oft über solche Unglücksfälle, und dann passiert's einem selber", sagte der 37-jährige Michael E., der am Mittwochabend um ein Haar die jüngste der vier Töchter verloren hätte.
Es war kurz nach 19 Uhr im Garten der Familie südlich von Graz. Der Vater saß mit dem Rücken zum 90 Zentimeter tiefen Pool, der einen Durchmesser von fünf Metern hat. Ehefrau Martina (32) unterhielt sich mit ihren Töchtern Julia (15), Laura (12) und Lara (11). Es war drückend heiß, und vorerst fiel niemandem auf, dass Lilli-Rose, das Nesthäkchen der Familie, auf Entdeckungsreise ging.
Vater: "Es war nur schrecklich"
Die Zweijährige gelangte zum zehn Meter entfernten Schwimmbecken und stieg über die Aluleiter. Sekunden danach muss sie ins 30 Grad warme Wasser gefallen und lautlos untergegangen sein. Michael E. entdeckte wenig später das Mädchen: "Es war nur schrecklich! Lilli ist mit dem Kopf nach unten regungslos im Wasser getrieben."
Der Angestellte und seine Frau zogen das Mädchen heraus und begannen mit der Reanimation. "Wir besuchen laufend Rotkreuz-Kurse, weil wir ein Kind mit Herzproblemen haben, und kennen uns gut aus", so der Vater, dem das Schicksal das schönste Geschenk seines Lebens machte: "Lilli-Rose ist zu sich gekommen, hat das Wasser ausgespuckt. Sie hat uns erkannt. Ihre ersten Worte waren angesichts des Unglücks fast makaber: 'Durstig, will trinken.'"
Zur Sicherheit wurde die Zweijährige mit dem Rettungshubschrauber zur Grazer Kinderklinik geflogen und dort gründlich untersucht. Alles in Ordnung - Lilli-Rose hatte viele Schutzengel. Seit Donnerstag ist sie wieder daheim. Das Schwimmbecken baute der Vater ab.
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