24.07.2013 12:43 |

"Nukemap"

Website zeigt die Atom-Apokalypse auf Google Maps

Als die USA vor ziemlich genau 68 Jahren die Atombomben Fat Man und Little Boy über Nagasaki und Hiroshima abwarfen, beendeten sie den Zweiten Weltkrieg – und bombten die Welt ins Zeitalter der nuklearen Bedrohung. Wie ein Damoklesschwert schwebte in den Jahrzehnten danach die Gefahr eines Atomkonflikts zwischen Ost und West über der Welt, seit einigen Jahren wächst die Furcht, dass Terroristen eine Atomwaffe in ihre Hände bekommen. Die Website "Nukemap" zeigt auf Google Maps, wie katastrophal ein Atombombenabwurf – etwa über Wien – tatsächlich wäre.

Würde Little Boy heute über Wien abgeworfen, es wären über 40.000 Todesopfer und fast 100.000 Verletzte zu beklagen und hochgiftiges radioaktives Material, der sogenannte Fallout, würde bis nach Tschechien und in die Slowakei geweht. Würde die größte jemals getestete Wasserstoffbombe, die sowjetische Tsar Bomba, über Wien abgeworfen, würden 1,7 Millionen Österreicher sterben und rund 400.000 verletzt. Wien wäre ausgelöscht. Der Fallout würde sich bis nach Russland ausbreiten.

Website errechnet mit Google Maps Opfer und Fallout
Diese und ähnliche Szenarien können auf der Website Nukemap durchgespielt werden, die auf Google-Maps-Kartenmaterial die verheerenden Auswirkungen veranschaulicht und auch gleich Opferzahlen und Fallout-Ausdehnung berechnet. Die Website versteht sich als Mahnmal, zu welch unglaublicher Verwüstung die Menschheit imstande ist.

Erstellt wurde der Atombomben-Simulator vom Blogger Alex Wellerstein, der sich auf seiner Website mit der Geschichte der Atomwaffen beschäftigt. Es gibt eine 2D-Version, die in den meisten Browsern ohne Zusatzsoftware läuft, und eine 3D-Variante, die allerdings das Google-Earth-Plug-in voraussetzt. Bei beiden Nukemaps können zahlreiche Parameter für die Simulation verändert werden.

Karte zeigt verheerende Wirkung historischer A-Bomben
So kann etwa die Sprengkraft der Atomwaffe entweder selbst bestimmt oder aus einer Liste historischer Atomwaffen gewählt werden – von 100-Tonnen-Bomben, wie sie noch am ehesten von Terroristen eingesetzt würden, bis hin zur bereits angesprochenen sowjetischen Riesenbombe, die eine Sprengkraft von 50 Megatonnen hatte und damit der zehnfachen Sprengkraft aller im gesamten Zweiten Weltkrieg eingesetzten konventionellen Bomben zusammen entspricht.

Ist die Bombe gewählt, muss nur noch zwischen Luft- oder Bodendetonation gewählt und am gewünschten Ort gezündet werden. Die Karte zeigt daraufhin das verstrahlte Gebiet und auf Wunsch auch die errechneten Opferzahlen und die Fallout-Ausbreitung an.

Auch wenn es nur ein Gedankenspiel ist: Wellersteins Simulationskarten rufen dem Benutzer eindringlich ins Gedächtnis, dass die nukleare Apokalypse keine bloße Fantasie ist, und zeigen, wie ein einzelnes von Menschen entwickeltes Gerät Millionen unschuldiger Bürger aus dem Leben reißen kann. Bleibt zu hoffen, dass Hiroshima und Nagasaki den Menschen für immer im Gedächtnis bleiben und nie wieder ein solches nukleares Massaker zu beklagen sein wird – wer Nukemap probiert hat, weiß jedenfalls um die Gefahr.

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