17.07.2013 12:36 |

NSA-"Gegenstück"

D: BND laut Bericht selbst im Besitz von PRISM-Technik

Der deutsche Bundesnachrichtendienst soll laut Recherchen des ARD-Magazins "FAKT" selbst im Besitz von PRISM-Technik sein und diese seit Jahren einsetzen. Komponenten der Technik, die von der US-amerikanischen Boeing-Tochter Narus stamme, sollen demnach über eine Tarnfirma in Deutschland gekauft worden sein.

Dem Bericht nach soll die PRISM-Technologie über ein in Frankfurt am Main ansässiges Unternehmen mit Namen Gesellschaft für technische Sonderlösungen, kurz GTS, an den BND vermittelt worden sein. Laut "FAKT" stehe das Unternehmen seit geraumer Zeit im Verdacht, eine Tarnfirma des Bundesnachrichtendienstes zu sein.

Felix Juhl, ehemaliger Geschäftsführer der 2010 eingestellten GTS, wies diesen Vorwurf zurück, räumte laut "FAKT" aber ein, Technik der Boeing-Tochter Narus, für die GTS ab 2007 als exklusiver Vertriebspartner auftrat, an den BND verkauft zu haben. Juhl selbst spricht von "rechtsstaatlichen Organisationen".

Wie Andreas Müller-Maguhn vom deutschen Chaos Computer Club gegenüber dem Magazin erklärte, biete Narus "keine kleinen Überwachungslösungen an. Da geht es nicht darum, ein paar Leute zu überwachen, sondern da geht es eigentlich immer darum, die komplette Kommunikation, mindestens eines ganzen Netzes bis hin zu eines ganzen Landes zu überwachen."

Neben der Narus-Technik soll der BND auch über eine Analyse-Software mit Namen Polygon verfügen. Die Software eines kleinen bayrischen Unternehmens werde benötigt, um die enorme Menge an abgefangenen Daten zu analysieren und auszuwerten. Zudem habe der BND Zugriff auf Programme zur Spracherkennung.

"Gemeinsam ergeben diese Komponenten ein deutsches Gegenstück zur amerikanischen PRISM-Technik, mit der sich die Kommunikation ganzer Länder analysieren und auswerten lässt", berichtet das Magazin. Ob der BND die Technologie auch im selben Umfang einsetze wie die NSA, sei derzeit völlig offen.

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