Nach dem Messerangriff auf die Ex-Frau in OÖ lassen Befragungen des Verdächtigen tief in dessen Seelenleben blicken. Macht- und Besitzdenken könnten schuld an der Bluttat in Linz gewesen sein. Kurz bevor der Mann zustach, hatte er auch noch sein gut verstecktes Zeltlager abgefackelt.
Immer mehr Details werden zur Bluttat von Mittwochfrüh in Linz bekannt: Ein 45-jähriger Obdachloser hatte seiner Ex-Frau auf einem Parkplatz aufgelauert und sie mit einem elf Zentimeter langen Messer attackiert. Sie konnte sich noch in ihr Fahrzeug retten, erlitt beim Angriff einen Brustkorbstich, bei dem auch die Lunge verletzt wurde.
Versuchter Mord
Der 45-Jährige stellte sich nach der Tat selbst bei der Polizei, die wegen versuchten Mordes ermittelt. „Der Verdächtige ist nicht vorbestraft, dürfte ein Alkoholproblem haben. Das Paar war seit einem Jahr geschieden“, sagt Ulrike Breiteneder, Staatsanwaltschaft Linz.
Frau belauert
Bei der Einvernahme ließ er tief in sein Seelenleben blicken. „Er gibt an, dass er nur mit seiner Frau reden, ihr einen Denkzettel verpassen wollte“, so Breiteneder. Öfter sei er mit der Straßenbahn an der Wohnung der 31-Jährigen vorbeigefahren, um sie dann anzurufen und zu beschuldigen, sich mit anderen Männern zu treffen.
Zeltlager angezündet
Auch wegen Brandstiftung wird gegen den Linzer ermittelt. Nur eine Stunde vor der Messerattacke soll er sein gut getarntes Zeltlager in den Ebelsberger Auen abgefackelt haben.
„Die Frau gehört mir“
Eva Schuh ist Geschäftsführerin beim Gewaltschutzzentrum OÖ, Geschichten wie diese gehören zu ihrem Arbeitsalltag: „Manche Männer denken, die Frau gehört mir, kein anderer darf sie haben.“ Betroffenen rät sie, sich besser früher beraten zu lassen. Viele Frauen würden nämlich glauben, es werde schon wieder – dies sei aber leider oft ein Trugschluss.
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