Spaniens Kult-Regisseur und zweifacher Oscar-Preisträger Pedro Almodovar hat beim Filmfestival in Venedig groß abgeräumt. Sein Beziehungsdrama „The Room Next Door“ wurde zum besten Film gekürt.
Der 74-Jährige nahm den Hauptpreis des renommierten Festivals am Lido am Samstagabend entgegen. „The Room Next Door“ ist der erste auf Englisch gedrehte Film des Spaniers. Das Drama erzählt von zwei Freundinnen, die sich mit dem Sterben auseinandersetzen müssen. Tilda Swinton verkörpert eine Frau mit Krebs im Endstadium, die eine alte Freundin (Julianne Moore) um einen komplizierten Gefallen bittet. Sie möchte im Moment ihres selbst gewählten Todes nicht allein sein. Der Film basiert auf dem Roman „Was fehlt dir“ von Sigrid Nunez.
Die australische Schauspielerin Nicole Kidman gewann den Preis für die beste Schauspielerin, bester Schauspieler wurde der Franzose Vincent Lindon. In „Babygirl“ spielt Kidman (57) eine Frau, die lange unterdrückte sexuelle Wünsche auslebt. Das Erotikdrama der niederländischen Regisseurin Halina Reijn erzählt auf innovative Weise von weiblicher Lust. Kidman verkörpert eine Geschäftsfrau, die eine Affäre mit einem deutlich jüngeren Praktikanten (Harris Dickinson) anfängt.
Kidman musste wegen Todesall vorzeitig abreisen
Die 57-Jährige konnte den Preis nicht selbst entgegennehmen. In ihrem Namen las die Regisseurin Halina Reijn eine Mitteilung vor: „Heute kam ich in Venedig an, um kurz darauf zu erfahren, dass meine schöne, tapfere Mutter Janelle Ann gestorben ist. Ich stehe unter Schock und muss zu meiner Familie, aber dieser Preis ist für sie. Sie hat mich geformt, sie hat mich geführt und sie hat mich gemacht. Ich bin unendlich dankbar, dass ich ihren Namen durch Halina an euch alle weitergeben darf.“ Ihr Herz sei gebrochen, teilte Kidman mit.
Lindon (65) verkörpert im Drama „Jouer avec le feu“ von Delphine und Muriel Coulin einen alleinerziehenden Vater, der damit kämpfen muss, dass einer seiner Söhne ins rechtsextreme Milieu abtaucht.
21 Filme kämpften um wichtigen Titel
Die italienische Regisseurin Maura Delpero erhielt für ihren Film „Vermiglio“ den Großen Preis der Jury. Die Auszeichnungen wurden von einer internationalen Jury verliehen. Ihre Vorsitzende war die französische Schauspielerin Isabelle Huppert.

Die 81. Filmfestspiele Venedig, die am 28. August begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes und der Berlinale zu den drei bedeutendsten der Welt. Im diesjährigen Wettbewerb hatten 21 Werke um die wichtigen Preise in der Filmbranche konkurriert.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.