Der stotternde Konjunkturmotor und die damit verbundenen Unsicherheiten in den verschiedensten Branchen hinterlässt immer mehr Spuren. Auch bei Aluminiumverarbeiter Hammerer Aluminium Industries, kurz HAI, musste auf Nachfragerückgänge reagieren. Die Folge: ein Investitionsstopp und die Streichung von 250 Jobs.
Klimaplatten und Crashelemente für die Bahnindustrie, Spezialprofile für den Maschinenbau, Vorderachs- und Hinterachs-Träger, Bodenprofile und Batteriegehäuse für Fahrzeuge – Aluminium für die verschiedensten Branchen be- und verarbeitet Hammerer Aluminium Industries, kurz HAI.
In den letzten Jahren war das von Ranshofen (Oberösterreich) aus agierende Unternehmen untrennbar mit Expansion und großen Investitionen verbunden. Nun musste der Sparstift gezückt werden: Investitionen, die für heuer geplant gewesen waren, wurden gestoppt. „Einige Projekte wurden in Abstimmung mit den Fachbereichen verschoben, die Fremdleistungen für Projekte und Instandhaltung konnten reduziert werden“, sagt Geschäftsführer Rob van Gils.
Insbesondere die niedrigen Zulassungszahlen von Elektroautos infolge der über Nacht gestrichenen Förderung in Deutschland führen zu einem massiven Umsatzrückgang in unserem größten Absatzmarkt. Auch die Nachfrage wichtiger Kundenbranchen – insbesondere der Baubranche – bleibt auf geringem Niveau.
Rob van Gils, Geschäftsführer Hammerer Aluminium Industries
Auch die Personalkosten wurden nach unten geschraubt. 250 Jobs fielen in der gesamten Gruppe heuer schon weg, davon 100 am Standort im Innviertel. Der Mitarbeiterstand sank damit von gesamt 2100 auf 1850. Die Hälfte des Abbaus wurde mithilfe von Nichtnachbesetzungen vollzogen, die andere Hälfte über Kündigungen.
„Kurzarbeit kommt nicht in Frage“
„In den vergangenen Jahren konnten wir uns zahlreiche Aufträge sichern, die zu einer Vollauslastung der Produktion führen sollten. Zudem wurden viele Investitionen getätigt, die den nachhaltigen Erfolg der HAI sichern sollten. Allerdings werden derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Europa Aufträge gar nicht oder nur teilweise durch unsere Kunden abgerufen und wir müssen der geringeren Abnahme gerecht werden“, so van Gils. Ein Antrag auf Kurzarbeit war nicht möglich: „Gemäß den aktuellen österreichischen Bestimmungen kommt eine Kurzarbeit für uns nicht in Frage.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.