Tadej Pogacar:

„Kannibale ist ein böses Wort, so bin ich nicht!“

Sport-Mix
22.07.2024 06:43

Rad-Superstar Tadej Pogacar holte gestern im Zeitfahren den sechsten Etappensieg bei der Tour de France 2024. Der Slowene löschte beim Giro-Tour-Double gleich mehrere Rekorde von Legende Merckx aus.

Tadej Pogacar sammelt Rekorde wie andere Briefmarken. 2020 kürte sich der Slowene mit 21 zum zweitjüngsten Gewinner der Tour de France, seit gestern ist er mit 25 der jüngste Triple-Sieger: „Ich kann nicht beschreiben, wie glücklich ich nach zwei harten Jahren bin.“

Der Kletterer löschte dabei zwei Rekorde von Eddy Merckx aus. Der Belgier trug 1970 bei seinem Giro-Tour-Double 37 Tage das Führungstrikot bei den beiden Grand Tours und gewann insgesamt elf Etappen. „Pogi“ gewann nun als erst achter Fahrer beide Landesrundfahrten in einem Jahr. Er heimste dabei 39 Ehren-Trikots und zwölf Tagessiege ein: „Die Tour zu gewinnen, ist ein anderes Level. Und dazu noch das Double ist noch ein anderes Level.“

(Bild: Krone KREATIV)

„Ich mag keine Kannibalen, Kannibalen fressen ihresgleichen“
Oft wird der bestbezahlte Radprofi (12 Millionen Euro) mit dem „Kannibalen“ verglichen. Pogacar gefällt dieser Spitzname gar nicht: „Ich mag keine Kannibalen, Kannibalen fressen ihresgleichen. Es ist ein böses Wort, so bin ich nicht.“ Viele Radfans hätten auf der letzten Alpenetappe aus sentimentalen Gründen dem geschlagenen Titelverteidiger Jonas Vingegaard den Etappensieg gegönnt. Pogacar kannte aber keine Gnade: „Man verschenkt keine Etappen an den direkten und härtesten Kontrahenten. Du wirst bezahlt, um zu gewinnen. Du sollst liefern. Und wenn du das dann nicht machst, ist es nicht gut.“

Vor allem kann sich Tadej mit Blick auf den Tour-Rekord von Mark Cavendish mit 35 Tagessiegen keine Geschenke leisten. Ihn treibt nämlich eine einzige Motivation an: „Ich will der Beste in der Geschichte sein.“ Nach dem dritten Tour-Sieg möchte er den Rest anpeilen: einen Sieg bei der Vuelta, Olympia-Gold und das Regenbogen-Trikot des Weltmeisters. Der Rad-Gigant traut sich eines Tages sogar einen Sieg bei Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix zu: „Für Roubaix müsste ich aber mein Programm ändern, um dort in guter Form zu sein.“

Mut zu Änderungen bewies Pogacar in diesem Jahr. Neo-Trainer Javier Sola stellte die Vorbereitung komplett um: „Wir erwarten, dass Tadej auf einem ganz neuen Level fährt.“ Für den deutschen Doping-Experte Fritz Sörgel sind verbotene Mittel dabei nicht im Spiel: „Im Moment kann ich überhaupt keine Substanz sagen, die dafür infrage käme. Es gibt keine.“

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