Schock im Gailtal

Mit E-Ladestationen in die Pleite: 97 Jobs wackeln

Kärnten
08.07.2024 16:26

Obwohl Elektromobilität als Zukunftsbranche gilt, kracht´s auch in diesem Bereich ordentlich – Montagnachmittag musste eine Kärntner Firma für E-Ladestationen Konkurs anmelden. Die Überschuldung beträgt fast 15 Millionen Euro; im Gailtal bangen nun 97 Dienstnehmer um ihren Job.

Vor wenigen Monaten hatte es in Kärnten mit Energetica den größten Produzenten von Photovoltaik-Elementen „erwischt“, jetzt droht auch einem Hersteller von Elektromobilitäts-Infrastruktur das Aus: Mit mehr als 15 Millionen Euro Verbindlichkeiten musste die EnerCharge GmbH in Kötschach-Mauthen am Montagnachmittag den Gang zum Konkursgericht in Klagenfurt antreten. Seit 2018 wurden an den Standorten in Kötschach und in Oberlienz Ladestationen für E-Autos entwickelt und hergestellt.

Laut Alpenländischem Kreditorenverband sind 97 Dienstnehmer und 125 Gläubiger betroffen. Gerade im wirtschaftlich benachteiligten Gailtal ist das drohende Aus für das Unternehmen ein schwerer Schlag – ist doch zuvor bereits ein großer Produktionsbetrieb pleite gegangen; zudem sorgt die lange Sperre des Plöckenpasses nach einem Felssturz für massive Probleme in der Region.

Die Ursachen für die Insolvenz sind noch unklar. „Das Unternehmen konnte vom Jahr 2022 auf das Jahr 2023 den Umsatz verdreifachen. Gleichzeitig wurden für das Jahr 2024 Kundenzusagen avisiert und dafür Personal aufgebaut. Anfang 2024 stellte sich heraus, dass sich die zugesagten Bestellungen nicht schnell genug fixieren ließen, um die Kostenstruktur nachhaltig zu decken“, teilt der Kreditschutzverband von 1870 mit.

Sanierung geplant, aber gescheitert
Wie soll es bei der EnerCharge nun weitergehen? Geplant ist, den Betrieb als  „Gesamtpaket“ zu verkaufen, um eine höhere Quote zu erzielen und zu retten, was zu retten ist. Gut schaut es allerdings nicht aus; die Liquidität beträgt laut Kreditschützern nur eine knappe Million Euro – daher ist mangels  finanzieller Mittel auch eine außergerichtliche Sanierung bereits gescheitert. Als Masseverwalter wurde der Klagenfurter Anwalt Klaus Haslinglehner bestellt.

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