Virus unter Kontrolle?

Expertin zu Vogelgrippe: „Braut sich was zusammen“

Wissenschaft
03.07.2024 19:28

Internationale Experten zeigen sich zunehmend beunruhigt zur aktuellen Entwicklung der Vogelgrippe (H5N1) in den USA. Auch eine neue Pandemie scheint möglich, so die große Sorge der Virologen. Noch wäre aber Zeit, einen solch fatalen Ausbruch zu verhindern, drängt nun die Expertin.

Gleich zwei Viren-Ausbrüche sollten derzeit „ganz große Sorge hervorrufen“, mahnt die bekannte Virologin von den Universitätskliniken in Genf auf X (vormals Twitter).

Sowohl der Ausbruch der Vogelgrippe, der sich bereits auf erste Säugetiere ausgeweitet hat, als auch die Affenpocken im Kongo hätten „enormes Potenzial für die nächste Pandemie“, so Eckerle. Und weiter: „Es ist sehr bedenklich, was sich da zusammenbraut.“

Auch in Kuhmilch wurden die Viren bereits nachgewiesen – mittels Pasteurisierung dürfte sie aber unschädlich werden. (Bild: APA/AP)
Auch in Kuhmilch wurden die Viren bereits nachgewiesen – mittels Pasteurisierung dürfte sie aber unschädlich werden.

Nächstes Virus bereits im Menschen angekommen
Im Vergleich zu Covid-19 könnten diese jedoch wesentlich schwerere Konsequenzen für die Weltbevölkerung haben. Auf globaler Ebene wären sie beide schlicht nicht gut zu bewältigen, fasst die internationale Top-Expertin zusammen. Während sich die Viruszirkulationen bei der Vogelgrippe noch im Tier befinden, ist der Stamm der Affenpocken bereits im Menschen angekommen.

Passt sich das Virus an „ist es zu spät“
Eckerle mahnt daher zu raschen Gegenmaßnahmen: Es brauche „sehr intensive“ nationale und globale Anstrengungen, um eine möglicherweise fatale Ausbreitung noch zu verhindern, dies passiere „aber nicht einmal ansatzweise.

H5N1 ist ja ,nur‘ im Tier, Mpox scheint weit weg.“ Ihre Einschätzung: Das Risiko wird derzeit so lange als gering für die Bevölkerung eingeschätzt, „bis es dann zu spät ist“. Ein mittleres Risiko gebe es schlicht bei beiden Viren nicht: „Wenn es breit und effektiv im Menschen ist, ist es zu spät für eine Eindämmung“, so Eckerle.

Corona dagegen „wie ein Spaziergang“
In eine ähnliche Kerbe schlugen zuletzt der deutsche Epidemiologe Timo Ulrichs. Wie, ob und wann H5N1 pandemisches Potenzial bekommt, ließe sich schlecht vorhersagen. „Sollte das Vogelgrippevirus aber auf den Menschen übergehen und eine Pandemie bewirken, sieht dagegen die Coronapandemie wie ein Spaziergang aus“, erklärte er.

Politik verpasst „Königsweg“
Der in der Corona-Krise bekanntgewordene Top-Virologe Christian Drosten erklärte zuvor, dass „alle Fachleute besorgt“ sind. Eine Ausweitung auf den Menschen könnte zwar auch glimpflich ablaufen, „aber es kann auch der Anlauf zu einer nächsten Pandemie sein, die wir hier live mitverfolgen“, so der Forscher an der Berliner Charité.

Eckerles Resümee? Man habe in der Corona-Krise „nichts gelernt“, präventive Maßnahmen sind nach wie vor nicht vorhanden. Der „Königsweg“, etwaige Ausbrüche vorausschauend schnell zum Erliegen zu bringen, fehle schlicht und einfach.

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