Tag 2 im Mordprozess um einen niedergestochenen Bosnier in Marchtrenk (OÖ). Der Staatsanwalt geht von einer vorsätzlichen Tat aus, der Anwalt von einer „putativen Notwehr“ und maximal Körperverletzung. Doch es wird auch am Donnerstag in Wels kein Urteil geben.
Der angeklagte Unternehmer, ein 40-jähriger Montenegriner, gestand, am 31. März des Vorjahres seinen gleichaltrigen Mitarbeiter mit fünf Stichen getötet zu haben. Aus Eifersucht, weil er glaubte, dass seine Ehefrau mit dem Bosnier ein „Gspusi“ habe. Danach rief er aus einem Kaffeehaus seine Frau, gestand die Tat und drohte auch ihr mit dem Tod.
„Fühlte sich selbst bedroht“
Für Staatsanwalt Christoph Weber eindeutig Mord. Doch Anwalt Andreas Mauhart hofft, seinen Mandanten aus der Schlinge ziehen zu können. Denn er sagt, dass der 40-Jährige selbst Angst hatte, glaubte, dass sein Kontrahent bewaffnet gewesen sei und deshalb zugestochen habe, ehe dieser angreifen konnte. „Putative Notwehr“ ist der Fachbegriff.
Drogenmissbrauch
Schon beim ersten Prozesstag wurde dies alles erörtert. Am Donnerstag sollen der Gerichtsmediziner und ein Toxikologe zu Wort kommen, um auch den Kokainmissbrauch des Angeklagten und die Auswirkungen auf dessen Gemütswelt und Wahrnehmung zu erläutern. Doch ein Urteil ist nicht zu erwarten. Denn der Anwalt hat zwei weitere Zeugen beantragt, die erst kommende Woche Zeit haben. Damit wird's einen dritten Prozesstag geben
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