Überraschender Besuch
Orbán erstmals seit Kriegsbeginn in Kiew
Erstmals seit Ausbruch des Ukraine-Krieges ist Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán nach Kiew gereist, um sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen. Im Beisein Selenskyjs plädierte Orbán dafür, dass sich das Staatsüberhaupt für eine Waffenruhe im Krieg mit Russland einsetzt.
Nur so könnten Friedensgespräche beschleunigt werden. Neben den Bemühungen um einen Friedensprozess wurden auch bilaterale Themen wie die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien behandelt, als deren Schutzpatron sich Orbán seit Jahren inszeniert. Der Sprecher des Ministerpräsidenten meinte gegenüber der ungarischen Nachrichtenseite hvg.hu, dass allerdings das wichtigste Thema die „Schaffung von Frieden in der Ukraine“ sei. Wer diesmal die Initiative für den Besuch ergriffen hatte, beantwortete Bertalan Havasi nicht. Fakt ist aber, dass Selenskyj in der Vergangenheit bereits mehrere Einladungen nach Budapest geschickt hat.
Selenskyj sogar als „Feind“ bezeichnet
Die russlandfreundliche Regierung Ungarns gilt als einer der größten Kritiker der Führung in Kiew und hat immer wieder Ukraine-Hilfen der EU blockiert. Nach seinem Wahlsieg im Jahr 2022 bezeichnete Orbán Selenskyj sogar als einen seiner Feinde, die die ungarische Opposition unterstützt hätten, um ihn „loszuwerden“. Bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine dürfte Orbán während des Ratsvorsitzes bis Ende des Jahres eher auf der Bremse stehen.
Apropos Ratsvorsitz: Die „Financial Times“ spekuliert sogar damit, dass gerade diese Rolle Ungarns für das restliche Jahr 2024 der Grund für den Sinneswandel sein dürfte. Denn laut der Zeitung soll die ungarische Führung versprochen haben, eine neutralere Position einzunehmen und einen intensiveren Kontakt mit Selenskyj zu halten.










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