PFAS im Boden und im Wasser bedroht die Gesundheit von Mensch und Tier. Erhöhte Werte haben wurden auch in den Böden Vorarlbergs sowie im Bodensee festgestellt. Das müsse sich dringend ändern, fordern die Grünen.
PFAS sind eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die überall zu finden sind. In Pizzakartons, Kosmetika oder auch bei Regenbekleidung“, erklärt Eva Hammerer, Klubchefin der Grünen. Seit den 1950er-Jahren werden die per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) hergestellt. Diese sind wasser-, fett- und schmutzabweisend – und können nicht abgebaut werden. „Es ist ein Jahrhundert-Gift, das immer mehr über Trinkwasser und Nahrungsmittel in den menschlichen Körper gelangt“, warnt Hammerer. Die möglichen gesundheitlichen Folgen von PFAS würden von hormonellen Veränderungen über Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Fettleibigkeit bis hin zu Krebserkrankungen reichen.
Da ein Land das Problem nicht alleine lösen kann, setzen wir Grünen uns für eine EU-weite Regulierung für die gesamte Stoffgruppe ein.

Eva Hammerer, Landessprecherin der Grünen
Bild: Grüne Vorarlberg
Das Jahrhundert-Gift ist auch in Vorarlberg zu finden. „PFAS finden sich in allen Wasser- und Bodenproben“, erläutert Landesrat Daniel Zadra. In der Regel gelangen die Chemikalien über das Abwasser in die Umwelt. „Es war goldrichtig, dass man im Vorarlberger Bodenschutzgesetz verankert hat, dass Klärschlämme nicht mehr auf unseren Böden ausgebracht werden dürfen.“
Werte bei Böden und im Bodensee erhöht
Vor allem im intensiv landwirtschaftlich genutzten Rheintal wurden mit PFAS belastete Böden nachgewiesen – zwei Drittel der untersuchten Böden lagen über dem vorgesehenen Grenzwert. Ähnlich schlecht schnitt der Bodensee ab: Gemäß der Internationalen Gewässerschutzkommission ist die Konzentration von PFAS achtmal so hoch wie der in der Europäischen Union geltende Grenzwert. „Es wird angenommen, dass ein Brand in der Schweiz der Grund für die hohe Konzentration ist“, ergänzt Zadra. Demnach seien 2020 mehrere Tonnen PFAS-haltigen Löschschaums in den Bodensee geflossen.
Vorarlberg allein kann Problem nicht lösen
Da der See Trinkwasserspeicher und Heimat unzähliger Lebewesen ist, besteht dringender Handlungsbedarf. In den vergangenen 20 Jahren seien immer wieder einzelne dieser per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen verboten worden – mit mäßigem Erfolg. „Da ein Land das Problem nicht lösen kann, setzen wir uns für eine EU-weite Regulierung für die gesamte Stoffgruppe ein“, sagte Hammerer. Sie fordert, dass PFAS nur noch dort zum Einsatz kommen, wo es keine Alternativen gibt. „Verpackungen oder Kleidung könne auch ohne diese Chemikalien hergestellt werden.“ Zudem sollten Grenzwerte für Gewässer, Böden und Lebensmittel festgelegt werden.
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