„Noch viel vorgehabt“

Ex-Signa-Chef meldet sich nach der Pleite zu Wort

Wirtschaft
05.06.2024 18:16

Nach der Pleite des Signa-Konzerns bricht Geschäftsführer Christoph Stadlhuber sein Schweigen. Er schrieb ein „persönliches Wort“ an seine Follower. René Benko erwähnt er dabei nicht, die Insolvenz nur indirekt.

Mehr als ein Jahrzehnt leitete der Burgenländer Stadlhuber zusammen mit Marcus Mühlberger die Signa-Holding. Im Zuge des Pleitestrudels des Geflechts von Immobilien-Jongleur Benko geriet er immer wieder in den Fokus, zuletzt, als Stadlhuber sein Mandat für den Aufsichtsrat zurücklegte.

Seit der Insolvenz meldete sich der 56-Jährige aber nie selbst zu Wort. Jetzt brach er sein Schweigen mit einem langen Posting auf der Plattform LinkedIn (siehe unten). „Bei allem, was passiert ist und auch öffentlich diskutiert wird, hier ein persönliches Wort“, schrieb Stadlhuber, auf die Pleite nur indirekt eingehend.

„Wiener Stadtbild mitgeprägt“
Die letzten 13 Jahre seien die „wohl spannendsten“ seiner beruflichen Laufbahn gewesen, so der Manager, der daraufhin die Projekte der Signa in hohen Tönen lobt. So habe man „das Wiener Stadtbild maßgeblich und positiv mitgeprägt“, so habe man etwa die „Randlage“ Goldenes Quartier „aus ihrem Schattendasein herausholen“ können.

Er bedauere, dass die Zusammenarbeit mit dem Team im Wiener Büro der Signa „so abrupt enden musste“. Über die Gründe dafür schreibt Stadlhuber nichts, auch René Benko erwähnt er mit keinem Wort. „Wir hätten in Wien noch viel vorgehabt“, erklärte der Manager – Die verwaiste Lamarr-Baustelle in der Mariahilfer Straße zeugt davon.

Wird selbstständiger Berater
Christoph Stadlhuber, der bei der Signa eine fürstliche Gage kassierte, will sich jetzt als Immobilienberater und Projektentwickler selbstständig machen. Er freue sich „auf spannende neue Projekte und Kooperationen“, schließt er sein Posting.

Darunter wünschen ihm viele seiner Follower alle Gute und beglückwünschen ihn zu seinen Projekten. Es gibt aber auch kritische Kommentare, die Stadlhuber vorwerfen, mitverantwortlich für die Signa-Pleite und nun uneinsichtig zu sein.

Bei der größten Pleite der österreichischen Wirtschaftsgeschichte laufen nun strafrechtliche Ermittlungen wegen schweren Betrugs – laut „Krone“-Informationen gegen zumindest einen Geschäftsführer. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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