Bei dem neuen Gebäudekomplex im Bezirk Landstraße handelt sich um die Überbauung des Bahnhofs Wien-Mitte, in dem zwei U-Bahn- und fünf Schnellbahnlinien sowie der City Airport Train halten. Das Gebäude hat die Gestalt eines großen Glaskubus. Im Inneren befinden sich Büros, ein Einkaufszentrum und Lokale. Das Shoppingcenter ist dabei im modernen Design gehalten - mit geschwungenen Formen und hellen Farben.
Wenn man auf dem Stadtplan schaue, dann befinden sich das Museumsquartier und Wien-Mitte im selben Radius um den Stephansdom, erläuterte Architekt Laurids Ortner: "Das Museumsquartier ist ein Zentrum für Hochkultur, Wien-Mitte soll ein Zentrum für Stadtkultur sein."
"Gelungen", "eindrucksvoll", "würdig"
"Es ist städtebaulich und architektonisch gelungen", lobte Finanzministerin Maria Fekter im Vorfeld der Eröffnungsfeier das Ergebnis bei einem Rundgang mit Journalisten. Fischer erklärte: "Ich habe natürlich noch nicht alles sehen können, aber das, was ich gesehen habe, ist eindrucksvoll." Auch Häupl ist zufrieden. Schließlich steigen in Wien-Mitte viele Reisende aus, die mit der S-Bahn oder dem City Airport Train vom Flughafen Wien-Schwechat kommen: "Es ist ein Entree für eine Großstadt, das ist Wien würdig."
Im Rahmen der Eröffnungsfeier mussten Häupl und Fischer auch ihr handwerkliches Geschick zeigen - sie verlegten im Eingangsbereich die letzte Bodenfliese. Dabei schaute viel Politprominenz zu, darunter Verkehrsministerin Doris Bures und die Stadträte Renate Brauner, Michael Ludwig und Andreas Mailath-Pokorny.
Der Bau war in der Vergangenheit umstritten. Zunächst war die Errichtung von bis zu 97 Meter hohen Bürotürmen geplant, was aber eine Debatte um das UNESCO-Welterbe-Prädikat der Innenstadt auslöste. Ab 2007 wurde ein redimensioniertes Projekt realisiert - ein U-förmiger Komplex mit einem 70-Meter-Hochhaus mit 17 Stockwerken und Parkdecks mit 500 Stellplätzen. Hauptsächlich wird das Konstrukt, das über eine Bruttogeschoßfläche von 150.000 Quadratmetern verfügt, Büros beherbergen - darunter auch das neue Finanzzentrum Wien-Mitte. Dabei werden u.a. sieben Wiener Finanzämter am neuen Standort zentralisiert.
"Wir sparen damit erheblich Mietkosten ein", unterstrich Fekter. Wie hoch der Mietpreis ist, verriet sie aber nicht. Darüber sei bis zur vollständigen Vermietung aller Räumlichkeiten des Gebäudes mit dem Vermieter Stillschweigen vereinbart worden. Laut Thomas Jakoubek, Geschäftsführer der Bauträger Austria Immobilien, beträgt der Vermietungsstand bei den Büros rund 90 Prozent. Noch zu haben seien die teuersten Flächen, nämlich jene im Turm. Hier betrage der Mietpreis zwischen 19 und 22 Euro pro Quadratmeter.
"The Mall" mit rund 30.000 Quadratmetern
Das Einkaufszentrum "The Mall" erstreckt sich auf rund 30.000 Quadratmeter. Am Donnerstag sperren u.a. ein Interspar-Supermarkt, ein auch am Sonntag geöffneter Minimarkt Interspar-Pronto, eine Filiale des Elektrohändlers Media Markt und mehrere Gastronomieeinrichtungen auf. Weiters öffnen der umgestaltete und erweiterte Terminal des City Airport Train und die endgültigen Gehwege zu den Geleisen. Voll in Betrieb geht "The Mall" mit etwa 50 Geschäften im April 2013.
Der Komplex wurde von der "Wien Mitte Immobilien GmbH" errichtet - eine Gesellschaft, die jeweils zur Hälfte im Eigentum der Bauträger Austria Immobilien und der Bank Austria steht. Die Bank Austria finanzierte das rund 480 Millionen Euro teure Projekt.
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