Etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten leiden nach einem Herzinfarkt an Depressionen oder Panikattacken. Umgekehrt haben Depressive ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Nach wie vor fehlt vielen Betroffenen Information darüber, dass auch die Psyche nach einem Infarkt oder einer Herzkrankheit leiden könnte. Es gilt, vermehrt auf diese Probleme zu achten!
Ein „gebrochenes Herz“ kann körperliche und auch seelisch Probleme verursachen. Mitunter treten schwere psychische Begleiterkrankungen sogar erst im Rahmen kardialer Ereignisse oder mit zeitlicher Verzögerung von Monaten zutage.
Lebensbedrohliches Ereignis
„Der akute Infarkt mit oft schweren Symptomen und anhaltenden starken Schmerzen wird oft als lebensbedrohliches Ereignis erlebt“, erklärt Kardiologe Prim. Dr. Johannes Mikl, Rehabilitationszentrum Felbring (NÖ), die Hintergründe. „Etwaige folgende Depressionen bedürfen einer Behandlung mit psychotherapeutischen Methoden, oft auch Psychopharmaka.“
Geschieht dies nicht, verschlechtern sich die Heilungschancen. Die Lebensqualität kann massiv beeinträchtigt sein, bis hin zum Verlust der Berufsfähigkeit. Außerdem bedenklich: Depressionen nach einem Ereignis steigern das Risiko für einen neuerlichen Infarkt um 15 bis 30 Prozent.
Etwaige folgende Depressionen bedürfen einer Behandlung mit psychotherapeutischen Methoden, oft auch Psychopharmaka.

Prim. Dr. Johannes Mikl, Rehabilitationszentrum Felbring (NÖ)
Bild: Prim. Dr. Johannes Mikl
Diese Probleme treten häufig auf
Der Kardiologe zeigt auf, welche Erkrankungen oft auftreten und worauf man demnach achten sollte:
Bei KHK (Koronare Herzerkrankung)/ Infarkt kommt es nicht nur zu Depressionen, sondern auch häufig zu Angststörungen.
Bei Herzrhythmusstörungen, nach Herzstillstand/ Reanimationen, nach Implantation von Defibrillatoren (ICDs) treten Panikattacken und Depressionen auf.
Nach großen kardialen (Not)Operationen und langen Aufenthalten auf der Intensivstation finden sich häufig posttraumatische Belastungssyndrome.
Bei Herzinsuffizienz sind depressive Störungen um das 2 bis 4-fache erhöht.
Takotsubo/ Broken-heart-Syndrom: Bei der sogenannten Stresskardiomyopathie ist der Zusammenhang mit Angststörungen, Depressionen und psychischen Traumata bekannt.
Wichtig ist professionelle Hilfe
Patienten müssen gezielt Psychologen, Psychotherapeuten oder Fachärzten für Psychiatrie zugewiesen werden, denn: Diese professionelle Behandlung verbessert auch entscheidend den Verlauf der kardialen Grunderkrankung.
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