Fr, 19. Oktober 2018

"Voll mit Fehlern"

02.10.2012 17:00

Opfer zerpflückt Bescheid über Fußfessel-Urteil

Sieben Seiten ist der Bescheid des Oberlandesgerichts Linz über das Ja zur Fußfessel für einen Salzburger Sextäter lang. Und jede einzelne Seite ärgert das Opfer Sabine K. (Name geändert) maßlos. Für die junge Frau ist der Bescheid "voll mit Fehlern", wie sie gegenüber der "Krone" erklärte.

Von Anfang an war der Bescheid geheim, selbst das Opfer durfte zu Beginn keine Einzelheiten aus dem Schreiben erfahren. Jetzt wurde das Dokument auch der "Krone" zugespielt - und Sabine K. lässt kein gutes Haar an der Entscheidung. "Viele Punkte stimmen einfach nicht", ärgert sie sich nach der Einsichtnahme.

"Er hat mich auch nüchtern missbraucht"
Zum Beispiel steht in dem Bescheid, dass mit dem Alkoholverbot, das die Fußfessel automatisch mit sich bringen würde, auch ein erheblicher Risikofaktor wegfallen würde. "Aber das stimmt nicht", schildert das Opfer aus eigener, leidvoller Erfahrung. "Er hat mich auch nüchtern missbraucht. Da war nicht nur Alkohol im Spiel."

Auch von einer "Unbescholtenheit und dem langen Wohlverhalten" des Täters, wie in dem Bericht zu lesen ist, könne keine Rede sein. "Beim Prozess haben fünf Opfer gegen diesen Mann ausgesagt", so Sabine K.

Warten auf neues Urteil des Verwaltungsgerichtshofs
Aus diesen Gründen kann das Opfer das Linzer Urteil nicht verstehen, und auch die lächerlichen "Aufgaben" nicht, die dem Mann aufgetragen wurden: "Wöchentlich muss er seinem Anstaltsleiter Zeitbestätigungen über die Präsenz am Arbeitsplatz vorlegen - und monatlich eine Gehaltsabrechnung."

Sabine K. wartet indes immer noch auf das neue Urteil des Verwaltungsgerichtshofs. Vielleicht bringt diese Entscheidung den Sextäter aus Salzburg doch ins Gefängnis.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.