Di, 18. September 2018

Nach gut 95 Jahren

01.10.2012 08:46

Gletscher-Eis gibt in Italien zwei k.u.k.-Soldaten frei

Spektakulärer Fund auf dem Presena Gletscher in Norditalien: In 3.000 Meter Höhe entdeckte ein Mitarbeiter des Skigebietes Adamello zufällig die menschlichen Überreste zweier Männer. "An den Resten der Uniform konnten wir erkennen, dass es sich um österreichische Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg handelt", berichteten die Carabinieri.

Mindestens 95 Jahre lang ruhten ihre Körper unter dem ewigen Eis – nun hat sie der Gletscher in der italienischen Provinz Brescia (Bild) freigegeben – die Leichen zweier Kaiserjäger der österreichisch-ungarischen k.u.k.-Armee. Ein aus dem Schnee ragender Schädel und ein Stiefel hatten die Aufmerksamkeit eines Skilift-Betreuers erregt. Und er schlug umgehend bei den Behörden Alarm. Es dauerte nicht lange, bis auch die menschlichen Überreste des zweiten Soldaten entdeckt und freigelegt waren.

"Gletscher war 100 Jahre lang Grab dieser Soldaten"
Laut dem Präsidenten des Museums des Ersten Weltkriegs des Adamello-Massivs, Walter Belotti, könnten die beiden Soldaten bei der wichtigsten Schlacht des Jahres 1918 zwischen dem 25. und dem 28. Mai ums Leben gekommen sein. "Der Gletscher war 100 Jahre lang das Grab dieser Soldaten. Die Reste sind aufgetaucht, nachdem wegen der Hitzewelle des Sommers der Gletscher stark geschmolzen ist. Ich hätte die Soldaten lieber dort gelassen, wo sie bisher geruht hatten, doch das ist nicht möglich", berichtete Belotti.

Obduktion angeordnet
Per Hubschrauber wurden die Leichen schließlich vorsichtig ins Tal und weiter auf die pathologische Abteilung des Krankenhauses in Vicenza gebracht. Hier sollen Gerichtsmediziner jetzt klären, wie genau die beiden Männer ihr Leben lassen mussten. Danach werden die Kaiserjäger wahrscheinlich im österreichisch-ungarischen Kriegsfriedhof in der Trentiner Ortschaft Ossana beerdigt.

Bereits 2004 waren die mumifizierten Leichen von drei österreichischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg aus einem Alpengletscher auf 3.640 Meter Höhe am Ortler-Cevedale-Massiv entdeckt worden. Sie waren vermutlich bei einer Schlacht am 3. September 1918 in Norditalien ums Leben gekommen.

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