Lob für Führungs-Duo

Wien-Marathon: Innovationen, After-Party & Rekorde

Sport-Mix
22.04.2024 20:19

Und? Hat der Papa dich gelobt? „Ja, aber nicht nur mich, sondern unser ganzes Team. Er ist stolz auf uns!“, beantwortete Dominik Konrad diese Frage. Hintergrund: Dominik ist seit heuer gemeinsam mit Kathrin Widu alleiniger Geschäftsführer des Vienna City Marathons und damit Nachfolger von Wolfgang Konrad, jahrzehntelang Österreichs „Mister Marathon“. Also, wenn der Vater zufrieden ist, muss ja alles glatt verlaufen sein … 

Es war auch alles Spitze! Der 41. Vienna City Marathon ging reibungslos über die Bühne. Voller unfassbarer Emotionen. 42.625 Läufer waren in den insgesamt sieben Bewerben gemeldet. Mit 37.354 Finishern wurde der bisherige Rekord von 36.354 (2017) sogar übertroffen. Ein organisatorisch verbesserter Zieleinlauf erfreute alle Läufer besonders. Einer der kleinen Punkte, die das neue Führungs-Duo verfeinert hat. Generell ist das Team mit 14 professionellen Mitarbeitern perfekt eingespielt, da hatte Wolfgang Konrad, seit Anfang des Jahres Pensionist, in letzter Zeit allerbeste Arbeit geleistet, auch weltweit anerkannt. „Aber es gibt immer wieder Möglichkeiten der Verbesserung“, sagen Kathrin Widu und Dominik Konrad unisono. Ein Schwerpunkt war heuer, entlang der Strecke für mehr Stimmung zu sorgen.

Eigene Marathin-Fanfare
„Das ist aufgegangen. Das Entertainment war sicher besser als in den vergangenen Jahren, wir hatten heuer mehr Straßenmusiker an der Strecke. Die Stimmung war eindeutig besser als zuvor“, war sich Kathrin Widu sicher. Am Lusthaus, einem für die Läufer kritischen Punkt, wurde die Strecke mit einem von den Wiener Symphonikern zusammengestellten Branding beschallt. Fürs nächste Jahr ist geplant, dass die Symphoniker eine eigene Marathon-Fanfare komponieren. Widu: „Es waren offensichtlich auch mehr Fans an der Strecke als in den Jahren zuvor!“

(Bild: APA/EVA MANHART)

Genaue Zahlen gibt es natürlich nicht, kolportiert werden rund 300.000 Zuschauer. Rennleiter Hannes Langer, der in Salzburg das Fachmagazin „RunUp“ herausgibt, korrigierte sogar ein negatives Wien-Bild: „Die Wiener sind unglaublich freundlich, irgendwas muss da in den vergangenen Jahren passiert sein. Sie sind so nett, so herzlich, feuern die Läufer enthusiastisch an. Es herrschte nur freundliche Stimmung.“ Bürgermeister Michael Ludwig wird dies gerne hören …

„Sind nur Trouble-Shooter“
Einiges also war heuer in der neuen „Regentschaft“ schon neu. „Wir haben noch viele Ideen in der Schublade“, sagte Dominik Konrad, „jedes Jahr ein Schippchen mehr. Alles zu seiner Zeit!“ Während des Marathon-Wochenendes seien Kathrin Widu und er eigentlich nur, weil das Team einfach perfekt eingespielt ist, „Trouble-Shooter“. Beide mussten aber nicht entscheidend eingreifen.

Tolle Stimmung bei der After-Party (Bild: VCM Michael Kvick)
Tolle Stimmung bei der After-Party

„Vertraue dem Team blind!“
Auch Wolfgang Konrad war Zaungast, ließ sich nur im VIP-Bereich blicken. Er hält sich total zurück, mischt sich nicht mehr ein. „Ich kann meinen Nachfolgern blind vertrauen.“ Er hatte zwar Kathrin Widu und seinem Sohn für unerwartete Ereignisse alle erdenkliche Hilfe angeboten. „Es tut gut, dieses Back-up zu haben“, weiß Kathrin Widu. Aber das neue Führungs-Duo musste auf dieses Angebot nicht zurückkommen. Sie selbst erzählte auch, dass die wegen des Marathons „keine schlaflosen Nächte“ gehabt habe. „Ich schlafe immer gut.“ Tagsüber seien dann aber tausend Sachen durch den Kopf gegangen. Dominik Konrad freilich hat immer schlaflose Nächte. Grund ist nicht der Marathon, sondern sein knapp zweijähriges Zwillings-Duo …

Erstmals After-Party
Der eine oder andere Marathon-Held hatte übrigens auch keine schlaflose Nacht. Erstmals fand eine After-Party statt, initiiert von jungen Mitgliedern des VCM-Teams, die auch für den exzellenten Auftritt auf Social Media verantwortlich sind. Die Party kam gut an, dabei waren auch die Sieger Chala Regasa und Nazret Weldu sowie die beiden besten Österreicher, Mario Bauernfeind und Julia Mayer. Es sei sogar recht wild getanzt worden. Bauernfeind: „Ich hab‘ nicht viel geschlafen, dafür waren die Emotionen auch zu hoch. Muskelkater habe ich auch.“ Vom Laufen, nicht vom Tanzen.

Bei der Party dabei: Mario Bauernfeind, Julia Mayer und Timo Hinterdorfer (Bild: VCM Michael Kvick)
Bei der Party dabei: Mario Bauernfeind, Julia Mayer und Timo Hinterdorfer

Die exakten Zahlen
Wie immer, so gab der VCM auch heuer am Tag nach dem großen Marathon-Wochenende die genauen Zahlen der gemeldeten Teilnehmer und der Finisher bekannt. Hier sind sie:

  • Insgesamt für alle sieben Bewerbe: 42.625 Teilnehmer gemeldet, 37.633 Finisher
  • Marathon: 10.024 gemeldet/7455 Finisher
  • Halbmarathon: 13.015 gemeldet/12.235 Finisher (*)
  • Staffel: 12.012 gemeldet/11.536 Finisher
  • 5 km: 3374 gemeldet/2790 Finisher
  • 1600 m (Kinderlauf): 2082 gemeldet/1730 Finisher
  • 800 m (Kinderlauf): 1429 gemeldet/1180 Finisher
  • Inclusion: 689 gemeldet/689 Finisher

    (*) Bei den Finishern im Halbmarathon sind auch jene Läufer dabei, die für den Marathon gemeldet waren, aber nur die Hälfte der Strecke ins Ziel gelaufen sind.

Luft nach oben
Für die drei Bewerbe am Sonntag (Marathon, Halbmarathon, Staffelmarathon) sei man ziemlich am Limit, bei den Samstagbewerben sei aber noch Luft nach oben, heißt es. Gerade der 5-km-Straßenlauf, der heuer sensationelle Rennen brachte, verkraftet deutlich mehr als heuer 3374 gemeldete Läufer. Die attraktive Strecke auf dem Ring kann leicht 5000 bis 7000 Läufer aufnehmen. Vielleicht schon nächstes Jahr, wenn das Marathon-Wochenende am 5./6. April 2025 steigt. Zwei Wochen vor Ostern ist sicher ein günstiger Termin!

Olaf Brockmann
Olaf Brockmann
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(Bild: KMM)



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