'Aus Angst versteckt'

Flugzeug deckt bei Landeanflug Teile von Hausdach ab

Österreich
29.08.2012 17:07
Wie gewaltig der Luftsog eines Flugzeugs im Landeanflug ist, hat eine 72-Jährige am Dienstagnachmittag in Feldkirchen bei Graz hautnah miterleben müssen. Herta Kager (Bild) hatte sich im Garten aufgehalten, als plötzlich Teile ihres Hausdaches abgedeckt wurden und Ziegel durch die Luft flogen. Für die Pensionistin ein Horror: "In meiner Angst hab ich mich hinter einer Zypresse versteckt."

Dass Flugzeuge im Landeanflug über ihr Haus hinwegdonnern, ist Herta Kager bereits gewohnt. Und weil sie nicht besonders gut hört, macht der plötzliche Lärm der 72-Jährigen auch nichts aus. Doch am Dienstag war alles anders - "schrecklich, ein einziger Albtraum", so die Pensionistin.

"Das war ein Mordslärm"
Die rüstige Seniorin war am Nachmittag im Garten beschäftigt gewesen, als sie gegen 17.30 Uhr plötzlich einen ohrenbetäubenden Knall hörte. "Es hat geknistert und gekracht, das war ein Mordslärm! Ich hab einen starken Luftzug gespürt und dann dieses Ungetüm eines Flugzeugs über meinem Haus gesehen. Verdammt niedrig ist die Maschine geflogen - ich hab' geglaubt, meine letzte Sekunde hat geschlagen."

Unmittelbar darauf wurden auch schon Eternitziegel durch die Luft geschleudert und stürzten zu Boden. Die Steirerin brachte sich in Sicherheit, indem sie sich hinter einer Zypresse versteckte: "Der Spuk war ja schnell vorbei, dafür der Schaden groß!" Durch die ungeheure Sogwirkung des Jets wurden die Ziegel auf einer Fläche von rund drei Quadratmetern vom Dach des Einfamilienhauses gelöst. 

Schaden bereits behoben
Der Pilot dürfte mit der Lufthansa-Maschine vom Typ Boeing 737 beim Landeanflug auf den Flughafen zu tief gewesen sein. Seitens des Flughafens bemühte man sich sofort um den Schadensfall. "Wir haben der Dame unseren Dachdecker angeboten, aber sie hatte schon jemanden beauftragt gehabt", berichtete Sprecherin Doris Poelt. Auch mit der Lufthansa wurde Kontakt aufgenommen - selbst wenn der Carrier versicherungstechnisch zuständig sei, werde man die Abwicklung für die Pensionistin in die Hand nehmen.

Der letzte derartige Vorfall sei 2004 passiert, inzwischen habe man auch auf zahlreichen Ziegeldächern im Umfeld Sicherungen eingebaut, so Poelt. Wie am Mittwochnachmittag in Erfahrung zu bringen war, ist der Schaden bereits behoben und das Loch gestopft worden.

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