Das ein Jahr alte Männchen entkam vor den Augen eines Tierpflegers und eines Tierarztes und versteckt sich seither im Dickicht am Hellbrunner Berg. An der Einfang-Aktion (Bild) beteiligen sich neben Grebner weitere Mitarbeiter des Tiergartens sowie die Berufsfeuerwehr. "Ich war einmal bis auf zwei Meter und einmal bis auf fünf Meter Entfernung dran. Das Gelände ist aber mit Unterholz derart verwachsen, dass wir keinen Betäubungspfeil abschießen konnten", sagte Grebner.
Auch Kastenfallen sollen bei der Jagd nach dem Luchs zum Einsatz kommen - das habe laut Grebner aber am Sonntag noch keinen Sinn gehabt, weil "Vivious" nach einem ausgiebigen "Frühstück" wohl satt gewesen ist. Die Direktorin räumte ein, dass der Luchs während der Nacht den Berg auch verlassen und sich völlig aus dem Staub machen könnte.
Die Polizei hat das Gelände abgesperrt und sichert die Aktion. Sprecher Anton Schentz betonte ebenso wie Grebner, dass keine Gefahr für Menschen bestehe.
"Er ist noch nicht der Chef hier"
Der Luchs war laut Grebner im Mai 2011 geboren worden und befand sich erst seit 7. August 2012 im Zoo Salzburg. Vermutlich stand er noch unter Stress und ist deshalb geflüchtet. "Er ist erst dabei, die Anlage, die Pfleger und das Luchs-Weibchen kennenzulernen. Er ist noch sehr unsicher, weil er es noch nicht als sein Territorium empfindet. Er ist noch nicht der Chef hier", nannte die Tiergarten-Leiterin mögliche Gründe für die Flucht der Katze, die eine Schulterhöhe von etwa 50 Zentimeter aufweist und 13 bis 14 Kilo wiegt. Da die anderen Jungtiere kürzlich abgegeben wurden, bildet Vivious zusammen mit einem Weibchen zurzeit das einzige Luchs-Paar in Hellbrunn.
Bereits zwei Mal Geparden ausgebüxt
Zuvor waren in diesem Jahr - wie berichtet - bereits zwei Mal Raubkatzen aus ihrem Gehege in Hellbrunn ausgebüxt. Am 5. Juni rissen zwei weibliche Geparden aus, verließen das Tiergartengelände und marschierten Richtung Anif. Die Rufe der Mutter - und der Einsatz Dutzender Tierpfleger und Polizisten - bewegten die beiden Weibchen schließlich zur freiwilligen Rückkehr.
Eines der beiden Tiere entkam dann am 1. Juli neuerlich. Nach rund zehn Minuten konnte es wieder ins Gehege zurückgedrängt werden. Dieser Vorfall wurde erst zwei Wochen später bekannt. In der Folge wurde beschlossen, den Neubau der Geparden-Anlage vorzuziehen. Die Arbeiten sind inzwischen im Gang und werden voraussichtlich im Oktober abgeschlossen.
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