Arbeit im Haushalt

Paare sind trotz ungleicher Verteilung zufrieden

Leben
22.03.2024 11:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frauen übernehmen laut Statistik nach wie vor mehr unbezahlte Haushalts- und Familienarbeit als Männer. Unzufrieden sind sie damit jedoch nicht, wie eine neue Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien zeigt.

Dafür wurden 1577 Menschen in Österreich zwischen 16 und 88 Jahren befragt. Das zentrale Ergebnis: Eine gerechte Arbeitsaufteilung im Haushalt wird zwar als wichtig erachtet (von 91,5 Prozent), aber in der Praxis nicht immer gelebt (bei etwa jeder fünften Person nicht). Trotzdem ist ein Großteil der Befragten (89,6 Prozent) sehr oder zumindest eher zufrieden mit der von ihnen praktizierten Arbeitsaufteilung. Eine Rolle spielt zum Beispiel, was von der anderen Person überhaupt erwartet wird, und welche immateriellen Leistungen von der Partnerin oder dem Partner kommen. Das kann emotionale Zuwendung sein wie das Eingehen aufeinander.

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Je mehr Zuneigung ich bekomme, desto eher bin ich auch mit einer ungleichen Aufteilung im Haushalt einverstanden. Das gilt für Frauen mehr als für Männer.

Soziologin und Studienautorin Christine Geserick

„Je mehr Zuneigung ich bekomme, desto eher bin ich auch mit einer ungleichen Aufteilung im Haushalt einverstanden. Das gilt für Frauen mehr als für Männer (...). Es unterstreicht, wie komplex und auch fragil die Zufriedenheit dort ist, wo soziale Beziehungen in Liebe begründet sind“, schreiben die Studienautorinnen und -autoren unter der Projektleitung von Christine Geserick.

Jüngere erwarten sich gerechtere Aufteilung
Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass Frauen vor allem dann mehr unbezahlte Arbeit übernehmen als Männer, wenn Kinder im Haushalt leben, der Einkommensunterschied groß ist, wenn das Paar älter ist (ab 65 Jahre) oder im ländlichen Raum lebt. Umgekehrt erwarten sich vor allem Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre eine besonders egalitäre Arbeitsaufteilung – „gerechter als bei ihren Eltern“, sagte Soziologin Geserick. „Wir sehen einen Unterschied zwischen den 28-Jährigen bis 55-Jährigen im Vergleich zu den über 65-Jährigen. Und den Unterschied sehen wir nicht nur im Anspruch, sondern auch in der Praxis.“

Untersucht wurden Tätigkeiten wie Lebensmittel einkaufen, den Müll hinausbringen, Wäsche waschen und bügeln, kochen, Urlaub planen und sich um Fernsehen und Internet kümmern. In den meisten Bereichen entfällt der größere Teil der Arbeit auf die Frau.

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