Eine österreichische Untersuchung von 14- bis 19-Jährigen aus Tirol hat ergeben, dass Heranwachsende bei Kopfweh zu viele Schmerzmittel zu sich nehmen, insbesondere wenn sie unter chronischen Kopfschmerzen leiden. Doch gerade das kann die Situation noch verschlimmern, und die Beschwerden erst auslösen.
Bei der Befragung gaben 30,2 % der Jugendlichen an, unter Spannungskopfschmerzen, 10 % unter Migräne und 8,2 % unter anderen Kopfschmerzen zu leiden. Experten gehen davon aus, dass bis zu 20 % der Heranwachsenden mit chronischem Kopfweh letztlich unter Kopfschmerzen durch Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln leiden.
„Immer wieder auftretende Kopfschmerzen sind insbesondere in der auf vielen Ebenen anspruchsvollen Phase des Erwachsenwerdens eine zusätzliche Erschwernis. Die Hoffnung auf rasche und Besserung durch ein Schmerzmittel führt gerade bei chronischen Kopfschmerzen dann zu einem vermehrten Gebrauch“, warnt Mag. Dr. Christian Lechner von der Abteilung für Neuropädiatrie der Universitätsklinik für Pädiatrie I am Department für Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck.
Eltern sollten den Nachwuchs beobachten
Als chronische Kopfschmerzen sind solche definiert, die über zumindest drei Monate hinweg mit mindestens 15 Episoden pro Monat auftreten. Wenn Jugendliche mehr als ein Schmerzmittel für ein oder zwei Tage im Monat einnehmen, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Nur so kann eine genaue Diagnose, um welche Kopfschmerzform es sich handelt, erfolgen.
Wie viele Schmerzmittel?
„Die richtige Dosierung ist entscheidend, um keine zusätzlichen Kopfschmerzen aufgrund von Medikamentenübergebrauch zu bekommen. Es gilt dabei die ‚10-20-Regel‘, nach welcher an max. 10 Tagen pro Monat ein Schmerzmittel eingenommen werden darf und an den anderen 20 Tagen nicht“, erklärt Mag. Dr. Lechner, von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ).
Lebensstil oft Ursache für Kopfweh
In sehr vielen Fällen reichen Lebensstilveränderungen, um weniger Beschwerden zu haben. Unregelmäßiger Schlaf, Bewegungsarmut, Übergewicht und hoher Medienkonsum begünstigen Kopfschmerzen. Auch regelmäßiger Konsum von Alkohol oder Nikotin können Kopfschmerzen verstärken. Einem Innsbrucker Forschungsteam zufolge könnten fünfmal 60 Minuten Bewegung pro Woche das Risiko für Spannungskopfschmerzen um die Hälfte verringern.
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