Mit einer Serie von 27 ungeschlagenen Spielen in Chinas Top-Liga löste Richard Windbichler mit Chengdu Roncheng einen Fußball-Boom aus: „33.000 Karten sind in nur vier Minuten weg!“
Sie sitzen, starren auf den Countdown am Bildschirm. Dann wird geklickt und gehofft. Spätestens 240 Sekunden später ist die Gewissheit da. Knapp 33.000 tragen dann ein Lächeln im Gesicht, mindestens genauso viele sind in Chengdu frustriert …
Wo das Fußball-Fieber die 21-Millionen-Metropole voll erfasst hat. „Es wurden nur 12.000 Abos aufgelegt, der Rest der Karten ist immer in vier Minuten weg“, erzählt Richard Windbichler. Doppelt bitter: Die Stadt-Verantwortlichen lassen das 56.000-Plätze-Stadion nur zu 80 Prozent füllen. Letzte Saison schockte man als Aufsteiger mit Platz fünf die Liga, jetzt wurde mit dem 3:0 bei Shenzen, dem 27. Ligaspiel ohne Niederlage, ein China-Rekord aufgestellt, fehlt nur ein Zähler auf Platz zwei. „Wir haben nicht die besten Legionäre, nicht die besten Chinesen - aber Teamgefüge und Charakter der Spieler zeichnen uns aus“, sagt Ex-Austrianer Windbichler, der den Abwehrboss gibt. In der ersten längeren Ligapause ging sich zuletzt ein Trip nach Thailand aus, dazu ein Besuch im Restaurant Edelweiss in Chengdu - mit Stelze und Schnitzel. Jetzt warten bis 28. August elf Spiele: „Viele davon auswärts. Da heißt es Kopf runter, Tunnelblick, funktionieren wie ein Roboter“, weiß der 32-Jährige, der sich in China extrem wohlfühlt. Und bei den Fans sehr gut ankommt: „Als blonder Legionär fällst du einfach auf, dazu passen die Leistungen, bin ich auch viel in der Stadt unterwegs, erforsche Land und Leute.“
An der Spitze thront Shanghai Port mit Ex-Klagenfurter Markus Pink. Im hochkarätigen Kader um sieben chinesische Teamspieler und den Brasilianer Oscar kommt er oft von der Bank, wartet seit acht Ligaspielen auf einen Scorerpunkt.
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