Der englische Fußball-Topclub Chelsea hat sich einen Tag nach der 0:1-Niederlage bei Dinamo Zagreb zum Auftakt der Champions League überraschend von Trainer Thomas Tuchel getrennt. Das gab der Premier-League-Verein am Mittwoch bekannt. Als Nachfolgekandidaten gelten Graham Potter, der Trainer von Brighton & Hove Albion sowie Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino. Die Londoner empfangen kommenden Mittwoch in der 2. Runde der Königsklasse Meister Red Bull Salzburg.
„Da die neue Eigentümergruppe seit der Übernahme des Clubs 100 Tage alt ist und ihre harte Arbeit fortsetzt, um den Club voranzubringen, glauben die neuen Eigentümer, dass es der richtige Zeitpunkt für diesen Übergang ist“, hieß es in einer Erklärung des Vereins, der nun einem Konsortium um US-Milliardär Todd Boehly gehört. Man wolle sich bei Tuchel, dessen Vertrag noch zwei Jahre Laufzeit hatte, aber für dessen Bemühungen und Erfolge bedanken. „Thomas wird zu Recht einen Platz in der Geschichte von Chelsea einnehmen, nachdem er in seiner Zeit hier die Champions League, den Supercup und die Club-WM gewonnen hat.“
Berichten zufolge soll der 49-Jährige am Mittwoch in einer knappen Telefonkonferenz davon erfahren haben, seine Bitte um eine zweite Chance sei unerfüllt geblieben. Die plötzliche Trennung überrascht, noch vor wenigen Wochen hatten britische Medien über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Tuchel spekuliert.
Angeblich ist der überraschende Rauswurf aber keine Reaktion auf die Niederlage in Zagreb. So berichtete der „Telegraph“, hinter den Kulissen habe es seit einiger Zeit Spannungen gegeben. Das Verhältnis zwischen den Inhabern und Tuchel sei abgekühlt. Zuletzt sei auch Tuchels Beziehung zu einigen Spielern angespannt gewesen, hieß es.
Viel Lob erntete Tuchel dafür, dass er dem Verein in der schwierigen Phase die Treue hielt. Als der Ex-Inhaber, der russische Milliardär Roman Abramowitsch, wegen seiner angeblichen Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin mit Sanktionen belegt wurde und Chelsea keine Spieler verpflichten durfte, schloss Tuchel einen vorzeitigen Abschied aus. Schließlich übernahm Boehlys Konsortium den Verein. „Es hat nicht lange gedauert, bis der neue Inhaber der Politik seines Vorgängers folgt und seinen Trainer in der ersten Formkrise entlässt“, kommentierte Fußball-Ikone Gary Lineker.
Chelsea wurde letzte Saison Dritter in der Meisterschaft, erreichte zudem das FA-Cup- und Ligacup-Finale, wo man jeweils gegen Liverpool verlor. Nach sechs Runden der neuen Spielzeit hält der Verein bei zehn Zählern auf Rang sechs. Nun soll es ein Neuer richten, Brighton-Coach Potter wurde noch am Mittwoch zu Gesprächen in London erwartet.








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