Harnwegsprobleme

„Hilfe, beim Urinieren brennt es im Penis“

Leser fragen, Experten antworten zu den brennendsten gesundheitlichen Themen. Erwin P. (68): „Ich spüre seit Jahren nach dem Urinieren ein Brennen im Penis. Einmal mehr, einmal weniger. Mehrere Ärzte haben zwar eine Infektion der Harnwege ausgeschlossen, mir aber bisher nicht helfen können. Was meint einer Ihrer Spezialisten dazu?“

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Univ.-Prof. Dr. Christian P. Schmidbauer, Facharzt für Urologie: Falls keine Infektion vorliegt, werden gelegentliche Schmerzen beim Wasserlassen meistens durch Veränderungen am Blasenhals verursacht und weniger oft im Verlauf der Harnröhre. Mitunter können allerdings scharfe Gewürze auch eine Rolle spielen, oder auch übermäßiger Biergenuss (sogenannter „Biertripper“). Der Blasenhals (Auslass der Blase) ist nach außen von der Prostata umgeben. Einengungen in diesem Bereich zum Beispiel durch Vergrößerung der Prostata (gut- oder bösartig) bzw. chronische Entzündungen im Bereich der Vorsteherdrüse verändern das örtliche Gewebe und die darin eingebetteten Nerven.

Diese Veränderungen können auch funktionell sein. Das heißt, das Anspannen des Beckenbodens oder die nicht ausreichende Entlastung dieser Muskeln beim Urinieren können ebenfalls kurzfristig Beschwerden auslösen, wie sie der Patient schildert. Eine klassische Ausgangssituation ist das Wasserlassen bei engen, nicht komplett heruntergelassenen Hosen. Wie etwa bei Jeans mit kurzem Zipp beim Stehen oder im Sitzen beim Auspressen von wenig Harn am Ende der Blasenentleerung. Daraus ergeben sich automatisch nützliche Tipps für die Selbsthilfe.

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Wenn das gelegentliche Brennen durch eine Vergrößerung der Prostata oder durch abgelaufene Entzündungen bzw. Harnwegsinfekte bedingt ist, muss man sich meistens damit abfinden. Ebenso nach einer Prostata-Operation wegen gutartiger Vergrößerung dieser Drüse, da es auch dann zur Narbenbildung kommt. Außerdem ist der Blasenauslass bei älteren Personen weniger elastisch als in Jugendjahren. Medikamente helfen hier erfahrungsgemäß leider wenig. Viel wirksamer sind Entspannungsübungen des Beckenbodens wie die Folgende:

  • Auf den Rücken legen, Beine anwinkeln und hüftbreit hinstellen. Schultern, Gesicht und Unterkiefer bewusst entspannen. Stellen Sie sich vor, Becken und Rücken werden schwer.
  • Nun einatmen und beim Ausatmen das Becken für 10 Sekunden anheben und den Beckenboden anspannen. Dabei weiter atmen.
  • Dann die Spannung langsam lösen, das Becken absenken und die Übung wiederholen.

Im konkreten Fall rate ich zu einer Spiegelung von Harnröhre und Blase, falls das noch nicht geschehen sein sollte. Eine chronische Entzündung der Prostata muss zweifelsfrei ausgeschlossen werden!

Wolfgang Exel
Wolfgang Exel
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