Ist das die Zukunft?

Algengenerator erzeugt Strom, Sauerstoff, Biosprit

Elektronik
13.07.2022 06:01

Grün schimmernde, mit Algen gefüllte Glasmodule für Dach und Fassade: Das mexikanische Start-up Greenfluidics will Gebäude mit Biogeneratoren ausstatten, die CO2 aufsaugen, Dünger oder Biosprit erzeugen, beim Heizen und Kühlen helfen und Strom erzeugen. Die Biogeneratoren für die Fassade sollen schon bald Marktreife erreichen.

Das berichtet das Technologie- und Wissenschaftsportal „New Atlas“ unter Berufung auf Firmenangaben. Die Idee, Algen an Gebäudefassaden zu kultivieren, ist dabei nicht neu. In Hamburg gibt es mit dem Konzeptgebäude „BIQ“ bereits seit 2013 ein Gebäude mit Biogenerator-Fassade.

Experimentalgebäude BIQ in Hamburg
Das „BIQ“ kultiviert auf 200 Quadratmetern eine Algenart, die CO2 absorbiert und durch Photosynthese Sauerstoff erzeugt. Je mehr Sonne auf die Fassade auftrifft, desto schneller wachsen die Algen.

Ein halbes Kilo Algen absorbiert dabei rund ein Kilo CO2. Daneben helfen die Algenmodule bei der Kühlung und Warmwasserversorgung des Gebäudes. Die Biomasse wird regelmäßig geerntet und kann dann etwa zu Dünger oder Biosprit weiterverarbeitet werden.

Nanopartikel und Thermogenerator
Bei Greenfluidics will man die Möglichkeiten mit Nanotechnologie erweitern. Das Start-up baut in seine Biogeneratoren mehrere Schichten ein - eine, in der die Algen wachsen, eine andere mit einer besonders wärmeleitfähigen Nanoflüssigkeit, dank der mehr Hitze absorbiert werden soll.

Die absorbierte Hitze kann über einen thermoelektrischen Generator in Strom umgewandelt werden. Der Hersteller erwartet eine jährliche Stromausbeute von 328 Kilowattstunden pro Quadratmeter - das scheint allerdings eine ausgesprochen optimistische Schätzung zu sein und wäre mehr als bei konventionellen Solaranlagen, rechnet „New Atlas“ vor.

Start-up sucht bereits nach ersten Kunden
Greenfluidics will seine Biogeneratoren noch 2022 zur Marktreife bringen und ist derzeit bereits auf der Suche nach ersten Kunden. Geplant ist, die Algenmodule in verschiedenen Designs zu vermarkten, damit Bauherren sie optisch attraktiv in ihre Gebäude integrieren können.

Es gibt allerdings offene Fragen - etwa jene nach dem Wartungsaufwand, den Betriebskosten und der idealen Betriebstemperatur. Im BIQ-Gebäude in Hamburg sind die Biogeneratoren im Winter nicht nutzbar, die Technologie scheint also eher für warme Weltregionen geeignet zu sein.

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